Gäste nach Heurigen mit Flinte bedroht

58-jähriger Himberger ärgerte sich mit 1,6 Promille so sehr über laute Heurigenbesucher, dass er ihnen androhte, sie „abzuknallen“.

Christian Pfeiffer Erstellt am 25. September 2021 | 04:26
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Foto: Shutterstock.com, Salivanchuk Semen

„Mich belastet das immer noch sehr“, sagte ein 58-jähriger IT-Fachmann, der zu Beginn der Pandemie im März letzten Jahres seine Arbeit verloren hat, auch am zweiten Verhandlungstag vor Richterin Monika Zbiral am Landesgericht Korneuburg.

Bereits Ende Februar diesen Jahres verhandelte die Richterin erstmals gegen den Mann, der am 24. Oktober 2020 in Himberg zwei deutsche Gäste eines Heurigenlokals mit den Worten: „Seid leise, sonst knall ich Euch ab“ und einer Zierflinte bedroht haben soll.

Möchte aus Scham in Grund und Boden versinken

„Ich wollte nur ein paar Sachen richtig stellen“, verantwortete sich der Mann, bei dem der Alkoholtest der Polizei unmittelbar nach dem Vorfall 1,6 Promille ergab. Er gestand aber auch ein, „dass dies nicht die adäquate Reaktion auf Lärmbelästigung sei.“ Die lärmenden Deutschen, wovon einer erst jetzt einvernommen werden konnte, dürften auch nur der Auslöser gewesen sein. Ursache der – dem Mann anzumerkenden – Verzweiflung waren „belastende Lebensereignisse“, wie der Herzinfarkt des Vaters, ein Unfall der Mutter und eben der Jobverlust.

„Ich möchte aus Scham in Grund und Boden versinken.“ Unter anderem aufgrund solcher Sätze befand Richterin Zbiral eine Diversion für eine „gute und richtige Lösung“. Im Falle des 58-Jährigen, dessen Zierwaffe vernichtet wird, und der sehr glaubwürdig versicherte: „Ich werde so etwas sicher nie mehr machen“, bedeutete das 240 Euro Geldbuße.