Mieter wettern gegen drastische Aufzahlung. Die Mieter eines Gemeindebaus sollen die Abfertigung für den Hausmeister bezahlen. Und klagen über Ungerechtigkeit.

Von Otto Havelka. Erstellt am 01. August 2018 (05:36)
Havelka
Erberpromenade: Die Mieter des Gemeindebaus sollen teilweise mehr als 1.000 Euro für die Abfertigung des bisherigen Hausmeisters bezahlen. Nun regt sich Widerstand.

Die 26 Mieter im Gemeindebau Erberpromenade 32 und 34 trauten ihren Augen nicht: Mit der jüngsten Betriebskostenabrechnung wurde ihnen auch eine saftige Aufzahlung für die Abfertigung des bisherigen Hausmeisters aufgebrummt. Dieser verabschiedete sich nach rund 30 Jahren in die Pension.

Nun müssen die Mieter zwischen 500 und mehr als 1.000 Euro für die Abfertigung des Hausmeisters hinblättern.

„Ich sehe das nicht ein“, schimpft eine betroffene Mieterin (Name ist der Redaktion bekannt). „Wir haben hier Bad und Warmwasser installiert, damit den Standard der Gemeindewohnungen angehoben, und jetzt sollen wir auch noch die Abfertigung für den Hausmeister zahlen.“

Regelung sei "komisch"

Zusätzliche Pikanterie: Die Aufzahlung wird pro Quadratmeter Wohnfläche in Rechnung gestellt. Ein Mieter, der vor drei Monaten ausgezogen ist, kommt ungeschoren davon. Sein Nachfolger muss bei der Abfertigung des Hausmeisters voll in den sauren Apfel beißen.

SP-Vizebürgermeister Ernst Wendl findet diese Regelung „auch komisch“, verweist aber auf die „Neue Heimat“, die seit 2002 für die Verwaltung der Gemeindewohnungen zuständig ist. Dort beteuert man, „nur Verwalter“ zu sein.

Die obligate Bildung von Abfertigungsrücklagen obliege dem Eigentümer. Dieser ist seit 2009 die Himberger Immobiliengesellschaft (HIG), die wiederum zu 100 Prozent Eigentum der Gemeinde ist. Licht ins Abfertigungs-Dunkel könnte HIG-Geschäftsführer Gerald Gmainer bringen. Der ist aber bis Mitte August auf Urlaub.

Vorerst wird den Mietern eine Ratenzahlung auf 36 Monate angeboten.