Offensive für das digitale Bürgerservice. Die Gemeinde will künftig Vorschreibungen von Gebühren verstärkt per E-Mail versenden – und damit Geld und Zeit sparen.

Von Otto Havelka. Erstellt am 12. Februar 2020 (04:31)
Der Leiter der Gemeindebuchhaltung Johannes Mazur und SP-Bürgermeister Ernst Wendl sagen den Gemeindekuverts den Kampf an. Sie wollen Vorschreibungen künftig vermehrt per Mail versenden.
Havelka

Dass Online-Shops oder IT-Unternehmen ihre Rechnungen nicht mehr per Post, sondern per Mail an ihre Kunden verschicken, ist meist schon gewohnte Praxis. Nun springt auch die Gemeinde auf den Online-Zug auf. Seit vergangenem Jahr stellt sie die Vorschreibungen für Gemeindegebühren auf Wunsch auch per E-Mail zu.

Wer seine Mail-Adresse beim Gemeindeamt bekannt gibt, erhält die Rechnungen für Kanalgebühren, Hort- oder Musikschulbeiträge, Friedhofsgebühren, etc. aufs Handy und/oder auf den PC geschickt. Bislang nutzen etwa 13 Prozent der Haushalte diesen digitalen Service, weiß der Leiter der Gemeindebuchhaltung Johannes Mazur.

 Arbeitszeit und Versandkosten sparen

 SP-Bürgermeister Ernst Wendl ist das zu wenig. Er will den Anteil der Online-Nutzer „bis Ende des Jahres möglichst auf fünfzig Prozent anheben“ und damit Arbeitszeit und Versandkosten einsparen. Rund 12.500 Gebühren-Vorschreibungen pro Jahr verschickte die Gemeinde bislang per Post. Pro Aussendung, errechnete Buchhalter Mazur, kostet das die Gemeinde 23 Cent für Papier, Kuverts, Drucker, etc. Dazu kommen noch die Postgebühren. Würden alle Gemeindebürger auf das digitale Service umsteigen, erspare sich die Gemeinde rund 10.000 Euro pro Jahr, so Mazur.

Nicht eingerechnet ist dabei die Arbeitszeit, die in den Gemeindestuben für Ausdrucken und Kuvertieren anfällt. Das digitale Bürgerservice soll freilich keine Einbahnstraße sein. Noch im ersten Quartal dieses Jahres sollen auch sämtliche Antragsformulare der Gemeinde sowie bundesweit einheitliche Formulare über die Website der Gemeinde abrufbar sein.

Was simpel klingt, dürfte in der Praxis manchmal mühsam sein. Immerhin umfasst die Liste der Online-Formulare laut Amtsleiter Wolfgang Pohsl rund 200 Formulare. Selbst mit ausgetüftelten Suchkriterien nach Themen und Alphabet kann das mühsam werden.

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