Neues Gewerbegebiet: Krach wegen Umwidmung

Die Himberger SPÖ beschloss im Alleingang die Umwidmung eines zwei Hektar großen Grünlandes in ein Gewerbegebiet. Die ÖVP befürchtet mehr Schwerverkehr in Pellendorf. 

Otto Havelka Erstellt am 06. Oktober 2021 | 05:46
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An der Ortsumfahrung vor dem Kreisverkehr Richtung Pellendorf entsteht ein neues Gewerbegebiet.
Foto: Otto Havelka

Bei der Gemeinderatssitzung vergangene Woche beschloss die SPÖ dank ihrer absoluten Mehrheit fast im Alleingang die Umwidmung eines zwei Hektar großen Grünlandes an der Umfahrung Himberg nahe dem Kreisverkehr Richtung Pellendorf in ein Gewerbegebiet. Von den Oppositionsparteien votierte lediglich ÖVP-Gemeinderat Markus Ernst für die Umwidmung.

Seine Parteikollegin und Gemeindepartei-Obfrau, Claudia Hofbauer, zeigte sich indes verärgert. Sie befürchtet einen weiteren Anstieg der Verkehrsbelastung in Pellendorf durch Lkw. Denn auf dem neuen Gewerbegebiet ist eine Erweiterung des bereits ansässigen Transportunternehmens „NeoTrans“ geplant.

Zusätzlich baut das Speditionsunternehmen Dachser im Gewerbegebiet „Himberg Nord“ auf einer Fläche von knapp 19.000 m 2 aus, und auch das Tiefkühllogistik-Unternehmen „Daily“ will Ende 2022 einen neuen Standort in Himberg in Betrieb nehmen. „Auch wenn der Bevölkerung vor der Errichtung versprochen wird, dass es zu keinen Beeinträchtigungen durch zusätzlichen Verkehr und Lärm kommen wird, stellt sich wenig später meist das Gegenteil heraus“, argwöhnt Hofbauer. Sie plädiert daher für „eine Abkühlphase und keine Großlogistiker in naher Zukunft mehr anzusiedeln“.

SPÖ sieht keinen Grund Entwicklung zu stoppen

Bürgermeister Ernst Wendl (SPÖ) kontert: „Ich lasse die Entwicklung von Himberg nicht stoppen. Wäre die Umfahrung Zwölfaxing nicht von ÖVP-nahen Personen verzögert worden, hätte Pellendorf schon jetzt weniger Verkehrsbelastung.“ 

Was Hofbauer zusätzlich ärgerte: Kurz nach dem Beschluss der Umwidmung verabschiedete der Gemeinderat (einstimmig) auf Antrag des Bürgermeisters eine Resolution an das Verkehrsministerium „eine Lkw-Maut für Landes- und Gemeindestraßen auf den Weg zu bringen“. „Das ist an Skurrilität nicht zu überbieten“, meint Hofbauer. 

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