Polizei und Zwist beim Fischverkauf. Die Grünen machen mit Anzeigen gegen Fischverkauf im „Himberger Wäldchen“ mobil. Die Meinungen sind gespalten.

Von Otto Havelka. Erstellt am 18. Juni 2020 (05:14)
Fischzüchter und -verkäufer Roland Windisch (2. v. l.) mit seinem Corona-maskiertem Team.
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Jeden ersten Samstag im Monat lädt Fischzüchter und Jäger Roland Windisch zu einem Fisch- und Wildmarkt auf sein Grundstück am „Kalten Gang“. Am Samstag vor einer Woche ging es dort ungewöhnlich turbulent zu.

Bereits am Vormittag kreuzten dort Polizisten auf, um auf Geheiß von SP-Bürgermeister Ernst Wendl im Wäldchen geparkte Autos zu verscheuchen.

So nebenbei mahnten sie laut Windisch auch ein paar Besucher, den coronabedingten Mindestabstand einzuhalten. Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass Windisch und sein Team ordnungsgemäß mit Masken ausgestattet waren und auch für die Gäste Masken und Desinfektionsmittel bereit standen.

Ein paar Stunden später kam Grüne-Gemeinderat Robert Sack vorbei. Anrainer hätten sich bei ihm über das laufende Dieselaggregat und eine beschwingte Grillparty im Wäldchen beschwert.

Grünen-Chef Robert Sack sorgte beim Fischverkauffür gehörigAufregung.
NOEN

Dazu Sack: „Ich wollte mit Herrn Windisch darüber reden, wurde dann aber massiv bedroht.“ Daher habe er Anzeige erstattet – und das gleich in mehrfacher Hinsicht. Seiner Meinung nach habe es sich bei der Grillerei nach dem offiziellen Ende des Fischverkaufs um eine nicht genehmigte Veranstaltung gehandelt, der Fischverkauf sei gewerberechtlich nicht legal und auch auf einem Privatgrundstück sei die Einzäunung eines Waldes nicht legal.

Fischzüchter Windisch kontert: Sack habe nur „provokant Leute fotografiert und Streit gesucht.“

Neue Fischbecken als Grund für Zwistigkeiten

Der Hintergrund der Zwistigkeiten: Windisch will auf seinem Grundstück insgesamt sechs einzeln absperrbare Fischbecken errichten. Auf dem rund 700 m großen Grund ließ er mit Erlaubnis vor allem kranke Bäume roden. Für die Grünen ist das ein „No Go“. „Die Gemeinde hat ohnedies nur noch wenige Waldflächen“, erklärt Sack. „Wir willen das Himberger Wäldchen als Erholungsgebiet für die Bevölkerung erhalten.“

Bürgermeister Ernst Wendl (SPÖ) ist um Beruhigungbemüht.
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SP-Bürgermeister Ernst Wendl versucht, die hochgehenden Emotionen ein wenig zu beruhigen. Er habe grundsätzlich nichts gegen den Fischverkauf. Schließlich sei dieser bereits eine traditionelle Einrichtung, die auch viele Kunden aus dem Umland und Wien anlockt.

Ob die Fischteiche wie von Windisch geplant genehmigt werden, entscheide die Bezirkshauptmannschaft (die NÖN berichtete). Um die Gräben ein wenig zuzuschütten, will sich Windisch beim nächsten Monatsmarkt am Hauptplatz mit einem eigenen Verkaufsstand präsentieren, was Grüne-Ortsparteiobmann Robert Sack schon einige Zeit urgiert.