Rodungen sorgen für Aufregung

Die Grünen wettern gegen Baumfällungen und geplante Fischteiche in Himberg.

Otto Havelka Erstellt am 06. Mai 2020 | 05:59
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Vordergründig ist die Geschichte lapidar: Roland Windisch schneidet auf 700 Quadratmetern seines eigenen Grundstückes die Bäume um. Abgesehen davon, dass ein Großteil des Baumbestandes sturzgefährdete Eschen und alte Bäume sind, braucht er dafür keine Bewilligung.

Hintergründig sieht die Geschichte für den Ortsobmann der Grünen, Robert Sack, aber anders aus. Die Bäume würden nur gefällt, um auf dem Areal Fischteiche zu errichten. Und er forderte in einem Schreiben SP-Bürgermeister Ernst Wendl auf, diesem Treiben Einhalt zu gebieten. Wendl reagierte sauer:

Ich verstehe die Kritik der Grünen nicht. Das Gelände wird ohnedies wieder begrünt“. Roland Windisch, Fischzüchter und Grundstückseigentümer

Grundsätzlich sei für diese Angelegenheit die Bezirkhauptmannschaft zuständig. Er könne „keinen Einfluss“ nehmen.

Grundsätzlich stimmt das und ist laut Bezirkshauptmann-Stellvertreter Dominik Lappel juristisch verzwickt. Um auf 700 Quadratmeter Eigengrund Bäume zu fällen, braucht Windisch keine Genehmigung. Um dort Fischteiche zu errichten braucht er aber gleich zwei. Eine wasserrechtliche Bewilligung, die laut Lappel demnächst erteilt wird und eine forstrechtliche. Die ist notwendig, um Waldgebiet anders als wieder für Wald zu nutzen. Diese Genehmigung ist noch ausständig. Wann sie erteilt wird, könne Lappel derzeit nicht sagen.

Grundstückseigentümer Roland Windisch macht aus seinem Vorhaben kein Geheimnis. Der Fischzüchter und Jäger betreibt seit acht Jahren jeden ersten Samstag im Monat einen Fisch- und Wildmarkt am „Kalten Gang“ - de facto ein Ab-Hof-Verkauf von frischen Fischen und Wildspezialitäten.

Bislang setzte Windisch seine Forellen, Karpfen oder Saiblinge aus Waldviertler Zuchtteichen in einem Seitenarm des Kalten Ganges aus. Nun muss er diese in separierte und versperrbare Becken bringen, um zu verhindern, dass möglicherweise Krankheitskeime „importiert“ werden.

Windisch hat dafür einen Plan bei der Behörde eingereicht. Er plant, auf seinem Grundstück insgesamt sechs einzelne absperrbare Becken zu errichten. Das Wasser wird aus dem Kalten Gang umgeleitet und in den Bach wieder zurückgeführt. Die Fischbecken sollen auf dem Grundstück installiert werden, wo die Bäume jetzt gerodet wurden.

Die Kritik der Grünen an dem Vorhaben versteht Windisch nicht. Das Gelände werde „ohnedies wieder begrünt“ und Fischteiche seien ja auch nicht „unnatürlich“.

Dennoch rechnet Windisch mir einer Inbetriebnahme der geplanten Becken „frühestens im nächsten Jahr“. Dann fiert der Himberger Unternehmer sein 30-jähriges Firmenjubiläum.

Der monatliche Fischmarkt auf seinem Grundstück ist mittlerweile eine Institution in der Gemeinde. Oft wird noch lange nach Verkaufsschluss um 12 Uhr mittags am Grill gefeiert.

Auch am vergangenen Samstag als der Fischmarkt heuer erstmals wieder stattfinden durfte, standen die Käufer Schlange. An den Zugängen wurden Nasen-Mund-Schutzmasken ausgegeben und Desinfektionsmittel bereitgestellt. Nach rund zwanzig Minuten gab es nur noch ein paar Forellen zu kaufen. Die meisten Wildspezialitäten waren schon vorher ausverkauft. „Für den Anfang“ war Windisch „zufrieden“.