Wohnprojekt gefloppt. Ex-Mieterin erhebt schwere Vorwürfe. Wegen zu geringer Nachfrage werden Wohnungen "normal" vermietet.

Von Nicole Nestler. Erstellt am 12. Juni 2015 (10:52)
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Das betreute Wohnprojekt in der Hinteren Ortsstraße ist gescheitert. Wohnungen seien überteuert und nicht barrierefrei gewesen, auch Betreuungsangebote habe es nicht ausreichend gegeben. Es sind nur noch zwei Senioren untergebracht, Mieter sind nun vor allem Jungfamilien.
NOEN, Nestler

„Das betreute Wohnen ist auf ganzer Linie gefloppt.“ Das erklärt Sascha Csida, Obmann der FPÖ Himberg. Beim Bürgerstand der Freiheitlichen wurde er darauf aufmerksam, dass einige der Mieter mit dem neuen Heim alles andere als zufrieden waren.

So erging es auch einer Dame aus Wien, die eine der insgesamt 21 Wohnungen in der Hinteren Ortsstraße 51 mit ihrem Mann, der seit einem Schlaganfall Betreuung benötigte, im August bezogen hatte. Sie ist enttäuscht: „Versprochen wurde uns vieles. So sollten rund um die Uhr Arzt und Krankenschwester anwesend sein. Tatsächlich kam zweimal die Woche je einen halben Tag lang eine Betreuerin.“

1.400 Euro im Monat für 57m²

Generell sei das ganze Wohnen eine Katastrophe gewesen, denn die Wohnung sei auch nicht barrierefrei gewesen: „Es befand sich eine schwere Glastür in unserer Wohnung, die von alleine nicht aufging. Außerdem gab es zwischen Wohnzimmer und Balkon eine Stufe — wie soll jemand mit einem Rollstuhl da drüber kommen?“ Im Mai schließlich zog das Paar einen Schlussstrich: „Wir kamen auf Kosten von 1.400 Euro im Monat. Und das für eine 57m²-Wohnung ohne wirkliche Betreuungsleistungen.“

Nachgefragt bei Klaus Kiessler, Geschäftsführer der HO51 Betreutes Wohnen GmbH, erklärt dieser: „Die Aussagen der besagten Dame sind mit Vorsicht zu genießen.“ Abgesehen davon, dass das Paar die umfangreiche Betreuung ohnehin nicht benötigt hätte, sei auch keine Miete bezahlt worden. Es stimme auch nicht, dass die Wohnungen nicht barrierefrei sind.

Letztlich ist aber fix: Das betreute Wohnen hat sich in seiner angedachten Form in Himberg nicht durchgesetzt. Robert Pozdena, dessen Cura Domo Holding die Betreuung betrieb, erklärt: „Wir haben uns gemeinsam mit der HO51 GmbH darauf geeinigt, das betreute Wohnen aufzulösen.“ Nun werden die Wohnungen zum Großteil an Jungfamilien vermietet.