Huber in der Höhle des Löwen. Verhärtete Fronten / Aus einer Demo der Bürgerinitiative wurde ein Diskussionsabend mit dem Spar-Chef.

Erstellt am 07. August 2013 (01:42)
Spar-Chef Alois Huber stellte sich zwei Stunden der Diskussion mit Vertretern der Bürgerinitiative.
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Von Otto Havelka

„Ihre Ohren werden Augen machen“, kündigte die Bürgerinitiative Kontra-Logistikzentrum-Ebergassing“ in einer Einladung zu einem Info-Abend neben dem Areal des geplanten Spar-Logistikzentrums am vergangenen Montag Abend an.

Auf dem Plan der Aktivisten stand, Ballons auf 30 Meter Höhe steigen zu lassen, um ein Gefühl für die Höhe der beiden geplanten Kühltürme zu vermitteln. Und um 21 Uhr 15 sollten die Laute von akustischen Lkw-Rückfahrwarnern ertönen, um einen Vorgeschmack auf künftige Lärmbelästigungen zu vermitteln.

Augen machten allerdings auch etliche der rund 70 Logistik-Gegner, als um Punkt 20 Uhr der St. Pöltner Spar-Chef, Alois Huber, vorfuhr, um sich in der Höhle des Löwen der Diskussion zu stellen.

Spar-Chef zwei Stunden lang unter verbalem Beschuss

Pikantes Detail am Rande: Als Medienvertreter um ein gemeinsames Foto von BI-Vertretern mit dem Spar-Boss fragten, war die Unsicherheit unübersehbar, wer sich mit dem Konzern-Chef ablichten lassen wollte.

Spar-Chef Huber harrte jedenfalls standhaft rund zwei Stunden im verbalen Geschosshagel der Logistik-Gegner aus: „Ersparen Sie uns das, und bauen sie Ihr Logistik-Zentrum in Fischamend“. „Würden Sie da wohnen wollen?“ „Bei dem drohenden Lkw-Verkehr hab ich Angst, wenn meine Tochter im Winter mit dem Auto unterwegs ist“. „Wir werden nicht mehr bei Spar einkaufen. Es geht um unsere Lebensqualität.“

Im Zuge der hitzigen Debatten wäre beinahe untergegangen, was die Bürgerinitiative eigentlich demonstrieren wollte: Den Versuch mit den Luftballons, die an einer 30 Meter-Schnur aufsteigen sollten, um die Höhe der Kühltürme zu veranschaulichen, machte der Wind zunichte. Er blies die Ballons eher waagrecht über das Gelände.

Bürgerinitiative will Kampf weiterführen

Und als die Töne der Rückfahrwarner erklangen, waren viele noch immer in hitzige Diskussionen mit Spar-Manager Huber verstrickt. Lapidarer Kommentar einer Polizistin, die mit einem Kollegen darauf achtete, dass die angemeldete Versammlung ordnungsgemäß über die Bühne geht: „Eine Alarmanlage ist lauter.“

Fazit des Abends, an dessen Ende vor allem die einfallenden Gelsenschwärme für Aufregung sorgten: De facto gibt es keine Gesprächsbasis. Die Bürgerinitiative hat nur ein Ziel, und das ist die Verhinderung des Spar-Logistik-Zentrums.

Spar-Chef Huber: „Es ist halt schwer, wenn die andere Seite für Argumente nicht zugänglich ist“.

Die Bürgerinitiative kündigte ihrerseits an, den Kampf gegen das Spar-Lager konsequent weiterführen zu wollen. „Wir heißen ‚Kontra-Logistikzentrum‘ und das ist auch unser Ziel“, erklärt Obfrau-Stellvertreter Thomas Edelmaier. Nun warten alle gespannt auf einen Bescheid, der darüber urteilt, ob das Spar-Lager das Ortsbild störe.