Bierige Heizung für Brauerei-Wohnbau. Biomasse-Heizwerk ist vom Tisch. Stattdessen sollen die 900 Wohnungen mit Abwärme aus der Bierproduktion geheizt werden.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 12. Juli 2017 (03:26)
Wimmer
Am ehemaligen Brauerei-Areal mitten in der Stadt realisieren drei gemeinnützige Genossenschaften und zwei Bauträger fast 900 Wohnungen.

In den vergangenen Tagen und Wochen wehte der EVN ein rauer Wind aus Schwechat entgegen. Anlass dafür waren die Pläne für ein Biomasse-Heizwerk in Verbindung mit den Bauvorhaben am ehemaligen Brauerei-Areal. Die vermeintlich infrage kommenden Standorte stießen bei allen politischen Parteien auf Ablehnung.

Aufgrund es anhaltenden Gegenwindes ließ EVN-Sprecher Stefan Zach schon in der Vorwoche gegenüber der NÖN aufhorchen und brachte eine alternative Lösung ins Spiel. Allerdings fehlte zu diesem Zeitpunkt noch die Unterschrift des (noch geheimen) Partners am Vertrag. Ende der Woche war schließlich alles unter Dach und Fach.

EVN und Brauunion, in diesem Fall die Brauerei Schwechat, machen in Sachen „Wärmeproduktion“ gemeinsame Sache. Konkret wird die Abwärme beim Bierbrauen genutzt, um in weiterer Folge mittels einer Wärmepumpe die rund 900 geplanten Wohnungen am Brauerei-Areal zu heizen und mit Warmwasser zu versorgen. Die Wärmepumpe selbst wird direkt bei der Brauerei gebaut, danach müssen nur wenige 100 Meter an Wärmeleitungen verlegt werden.

„Ziel wird es natürlich sein, so viel wie möglich mit Naturwärme zu arbeiten“EVN

Dort braucht die EVN dann ein Gebäude, um die Wärme weiter zu verteilen. „Wir sprechen hier aber von Dimensionen eines Einfamilienhauses und nicht eines Biomasse-Heizwerks“, verspricht Zach. In dem Gebäude wird es eine Art „Pufferspeicher“ für die produzierte Wärme geben. Zudem baut die EVN einen Erdgaskessel als Ausfallschutz ein. „Ziel wird es natürlich sein, so viel wie möglich mit Naturwärme zu arbeiten“, betont der EVN-Sprecher.

Beim Energieversorger aus Maria Enzersdorf (Bez. Mödling) ist man froh, mit der Brauunion einen „kompetenten und verlässlichen Partner“ gefunden zu haben. Und auch in der Brauerei sieht man darin die Nachhaltigkeitsbestrebungen des Unternehmens unterstützt.

Diese Form der Wärmegewinnung ist für die Brauunion, im Gegensatz zur EVN, kein Neuland. Im Brauquartier Puntigam werden ebenfalls mit Gärwärme 800 Wohnungen in Graz versorgt. „Nun haben wir in Schwechat einen weiteren Meilenstein in unserer Nachhaltigkeitsstrategie gesetzt“, freut sich Generaldirektor Markus Liebl.