„Tyroler Stubn“ in Schwechat bleibt zu. Wirt Michael Sicha fehlen seine Köche. Ein Start im Juni ist denkbar, sofern Finanzhilfen kommen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 13. Mai 2020 (05:57)
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Nach acht Wochen zwangsweiser Sperre geht es am Freitag für Gasthäuser und Cafés wieder los. Denn dann endet die Corona-Verordnung der Bundesregierung, die es Gastronomiestätten nicht erlaubt, offen zu halten. Doch ein bekanntes Lokal wird definitiv seine Tore geschlossen halten: Die „Tyroler Stubn“ von Michael Sicha.

„Meine Köche kommen aus der Slowakei und können derzeit nicht ausreisen“, erzählt der Wirt im NÖN-Gespräch. Daher werde sich der 15. Mai als Wiedereröffnungstermin für ihn nicht ausgehen. Sicha spekuliert jedoch mit einem möglichen Start Anfang Juni – sofern sich die Situation für seine Köche geändert habe.

Laut seiner Mitarbeiter könnten diese zwar mit den notwendigen Dokumenten nach Österreich einreisen, müssten bei ihrer Rückkehr in die Slowakei aber in eine 14-tägige Quarantäne. „Das macht dann natürlich keinen Sinn“, betont der „Tyroler Stubn“-Chef. Allerdings ist die nähere Zukunft des Kellerberglokals nicht nur von Sichas Köchen abhängig. Auch die finanzielle Entwicklung spielt eine erhebliche Rolle.

NÖN Archiv/Fussi, Burggraf
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„In einer ersten Runde bin ich mit meinem Kreditantrag bei der Bank durchgefallen“, erzählt er. Ausschlaggebend dafür soll sein, dass seine Liquidität nicht ausreiche. Doch das ist für den Unternehmer keineswegs ein Grund, nicht gut zu wirtschaften. Auch aus dem Härtefallfonds oder anderen Finanzhilfeangeboten der Bundesregierung beziehungsweise der Wirtschaftskammer, haber noch keine Mittel erhalten. „Kommt eine Unterstützung, dann mache ich weiter. Wenn nicht, dann höre ich auf“, bringt es Sicha auf den Punkt. Denn ohne diese Finanzhilfen wäre eine Wiedereröffnung ein „Spiel mit dem Feuer“. Schon allein deshalb, weil die kommenden Monate nicht mehr als ein „Systemerhalten“ wäre. Sprich Gewinne sind kaum zu erwarten. Fraglich wäre nämlich, ob überhaupt Gäste kommen und wenn ja, wie viele dann bewirtet werden dürfen und können. „Ich kann vermutlich nur ein Drittel meiner Bestuhlung anbieten“, unterstreicht der Wirt.

Um einen Kredit bemüht sich Sicha weiter. An einem neuen Businessplan für die Bank arbeitet nun sein Steuerberater. „Ich bin ja Wirt“, moniert er den bürokratischen Aufwand. Und: Der Businessplan koste ihn nun auch 2.000 Euro.

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