Grüne fordern Sperre der Gärtnergasse. Schleichweg aus Simmering soll geschlossen werden. Allerdings braucht es dazu die „B14-Westspange“ als Alternative.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 03. Dezember 2017 (05:44)
privat
Peter Pinka, Manfred Smetana und Simon Jahn von den Grünen vor der Gärtnergasse.

Erst vor wenigen Wochen sorgten die Wiener Grünen dafür, dass die „B14-Westspange“ wieder Aufmerksamkeit erfuhr. Die Verbindungsstrecke zwischen dem Betriebsgebiet Ailecstraße in Wien- Simmering und dem Kreisverkehr auf der Klederinger Straße soll eine direkte Anbindung an die S1 gewährleisten.

Damit wäre vor allem die Gärtnergasse entlastet, aber auch die Klederinger Straße selbst, über die der Schwerverkehr derzeit fahren muss. Die Anrainer der Gärtnergasse fordern seit Jahren eine Lösung, wird doch ihre Siedlung trotz Durchfahrtverbots als Schleichweg zwischen Betriebsgebiet und S1 genutzt.

Nun preschen die Grünen aus Schwechater mit der Forderung vor, die Gärtnergasse zu sperren. Stadtrat Simon Jahn ist sich zwar bewusst, dass es hier einer länderübergreifenden Lösung zwischen Wien und NÖ bedürfe, aber „die enorme Belastung der Menschen in der Gärtnergasse lässt nur einen Schluss zu: Die Sperre muss jetzt sofort erfolgen!“, tönt Jahn.

Helfen stärkere Kontrollen der Polizei?

Seitens der Bewohner stößt diese Forderung durchaus auf Wohlwollen, fordern sie genau dieses Vorgehen doch bereits seit Jahren. Allerdings gibt es auch Gegenmeinungen. Roman Rusy, selbst „Gärtnergassler“: „Eine Sperre der Durchfahrt würde für in Wien arbeitende Bewohner der Gärtnergasse, Hinfnergasse, Rappachgasse und Frühwirthgasse eine gewaltige Verschlechterung bedeuten. Sie müssten einen beachtlichen Umweg fahren.“ Er pocht auf stärkere Kontrollen der Polizei.

Aufseiten der Anrainer ist man sich zudem bewusst, dass eine Sperre der Gärtnergasse nur in Verbindung mit der B14 realistisch ist. Diesbezüglich sei man in Gesprächen mit dem Bezirk Simmering und den Parteikollegen aus Wien, betont Grünen-Stadtrat Jahn.

Während es aus dem Büro der Wiener Vizebürgermeisterin und Verkehrsstadträtin Maria Vassilakou (Grüne) bis Redaktionsschluss keine Stellungnahme gab, bestätigte der Simmeringer Bezirksvorsteher Paul Stadler (FP) Gespräche mit Schwechat. Allerdings habe er Kontakt mit SP-Bürgermeisterin Karin Baier. Er verweist zudem auf einen Termin mit Vassilakou im Vorjahr. Der Ausbau des Betriebsgebiets Ailecstraße mache eine Lösung unumgänglich und Stadler will die Umsetzung der B14 forcieren. „Das würde die Situation in Simmering, Schwechat, Rannersdorf und Kledering entschärfen“, so Stadler zur NÖN.