Parkplatznot für Pendler unerträglich. Die Parkplätze auf den Bahnhöfen sind überfüllt. Mittlerweile stehen Pkw-Lenker auf Gehsteigen und Grünflächen.

Von Raimund Novak. Erstellt am 15. Mai 2019 (05:05)
Alltag auf den Bahnhöfen im Raum Schwechat. Auf der Suche nach einer freien Fläche wird jede Chance ergriffen.
privat

Der Wecker vieler Wien-Pendler läutet mittlerweile etwas früher als bisher. Der Grund: Die „Schlacht“ um einen Parkplatz an den Bahnhöfen vor den Toren Wiens.

Die Erweiterung des Parkpickerls in der Hauptstadt – nach Simmering folgt nun auch Döbling – zwingt immer mehr Niederösterreicher, die in Wien arbeiten, einen Parkplatz in den umliegenden Gemeinden zu suchen.

"ÖBB stehen derzeit in Vertragsverhandlungen"

Auf den Parkplätzen der Bahnhöfe in Kaiserebersdorf und Schwechat wird die Situation immer prekärer. Pkw-Lenker parken mittlerweile auf Grünstreifen, auf Sperrflächen oder sogar auf Gehsteigen, da es sonst keine Möglichkeit mehr gibt, eine freie Abstellfläche zu finden. „Die Leute müssen eben rechtzeitig in der Arbeit sein und was passiert dann? Sie werden auch noch beinhart abgeschleppt“, berichtet Sladjana Mladenovic, eine Betroffene aus Kleinneusiedl, die die Zustände auf den Parkplätzen gut kennt. Sie kritisiert auch, dass es angeblich Pkw-Lenker gibt, die sich auf die Parkflächen stellen, aber anschließend die Bahn nicht in Anspruch nehmen.

„Die ÖBB stehen derzeit mit der Stadtgemeinde und dem Land NÖ in Vertragsverhandlungen hinsichtlich der Erweiterung der Park & Ride-Anlage (ca. 170 Pkw-Stellplätze) am Bahnhof“, nimmt ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif zur Lage in Schwechat Stellung. Demnach soll der Planungsvertrag samt des dafür erforderlichen Grundankaufs von der OMV AG noch dieses Jahr beschlossen werden. Zum Standort Kaiserebersdorf meint Seif: „Hier gibt es einen aufrechten Bahngrundbenützungsvertag über die bestehende Parkfläche (circa 4.400 m²), in dem geregelt ist, dass die Stadt Wien vor Ort Parkplätze zur Verfügung stellt. Die Überlastung der Anlage ist unter anderem auf Dauerparker, wie Flughafenkunden, zurückzuführen.“

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