Der Abgrund ist schon sehr nah. Über die katastrophale Lage der Fischamender SPÖ.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 12. Februar 2020 (01:54)

Wer sich hoch bettet, der kann tief fallen. Im Fall der Fischamender SPÖ trifft dies wahrhaftig zu. Die einst jahrzehntelang mit absoluter Mehrheit regierenden Sozialdemokraten mussten in den vergangenen 20 Jahren einen wahren Harakiri-Absturz hinnehmen.

Im Vergleich zum Wahlergebnis im Jahr 2000 haben die Roten fast 40 Prozent (!) der Stimmen verloren. Wählten vor zwei Jahrzehnten noch 1.384 Fischamender die SPÖ, waren es am 26. Jänner nur noch 353. Damit rutschte man sogar hinter die Kommunisten der Liste Schuh. Ein Armutszeugnis für eine Partei in einer eigentlich sozialdemokratisch geprägten Stadt.

Fehler sind schon früher passiert, etwa nach dem Verlust der Stimmenmehrheit 2010. Bereits damals hätte die (abgewählte) „alte Riege“ um Franz Bayer und Franz Rausch abtreten müssen. Tat sie nicht. Doch auch das aktuelle Team um Parteichefin Andrea Kerb muss sich hinterfragen. Denn für einen Turnaround ist die SPÖ schon fast zu nah am Abgrund dran.