Das Problem ist weitreichender. Über den Ruf nach Hausapotheken für Ärzte in Einarztgemeinden.

Von Susanne Müller. Erstellt am 07. Oktober 2020 (03:45)

Es war ein emotionales Plädoyer, das die Schwadorfer Ärztin Claudia Ertl für ihre Zunft hielt. Konkret ging es darum, dass sie und alle anderen Ärzte in sogenannten Einarztgemeinden eine Hausapotheke führen dürfen sollen. Derzeit ist dies überall dort unmöglich, wo sich in einer Entfernung von weniger als sechs Kilometern eine öffentliche Apotheke befindet. Freilich ist es für die Patienten weitaus komfortabler, wenn sie nur den Weg zum Arzt in ihrem Heimatort auf sich nehmen müssen und nicht noch zusätzlich den zur Apotheke. Für sie ist es allemal ein Gewinn, einen Arzt mit Hausapotheke im Ort zu haben.

Das Problem, mit dem sich die Ärzte herumschlagen, ist aber ein weitreichenderes. Nämlich jenes, dass sie die Einkünfte aus der Hausapotheke brauchen. Auf ihre Rechnung kommen sie sonst nur mit einer entsprechend großen Zahl an Patienten. Das wiederum bedeutet, dass sie wenig Zeit für jeden einzelnen haben. Letztendlich gehört also auch an dieser Schraube gedreht.