Motor stottert schon am Start. Über das Anruf-Sammeltaxiprojekt in Moosbrunn.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 30. September 2020 (03:45)

Wer kein Auto hat oder nicht mehr fahren kann, ist auf die öffentlichen Verkehrsmittel angewiesen. Ein überlegenswerter Alternativansatz zum starren Busnetz ist ein Anruf-Sammeltaxi. Kunden können sich an mehreren Stellen im Ort abholen und dann zu Fixpunkten wie Bahnhöfen, Supermärkten, Ärzten oder Apotheken chauffieren lassen. So weit, so gut.

In Moosbrunn will man im Dezember mit diesem Angebot starten. Doch der Motor stottert schon am Start gewaltig. Coronabedingt musste vom Frühjahr auf Dezember verschoben werden. Und nun blitzte die Gemeinde gleich bei fünf von sechs Taxifirmen ab. Zudem ist es für eine Gemeinde alleine kein billiges Vergnügen – 2,90 Euro zahlt Moosbrunn pro Kilometer an das Taxiunternehmen. Das ist natürlich auch der Tatsache geschuldet, dass die Firma ständig in Bereitschaft sein muss.*

Letztlich ist ein Vorhaben wie das Anruf-Sammeltaxi eine gute Idee, aber nur regional wirklich umsetzbar. Eine Gemeinde ist zu wenig, hier muss größer gedacht werden.

* In der Vorgängerversion wurde berichtet, dass jeder Nutzer des Anruf-Sammeltaxis 2,90 Euro pro Kilometer zu zahlen hat. Das stimmt so nicht, tatsächlich zahlen die Fahrgäste für eine Fahrt von Moosbrunn nach Gramatneusiedl 2,60 Euro. Die Redaktion bedauert den Irrtum.