Kunst, ein lästiges Übel?. Sparmaßnahmen /  Es hat sich schon seit längerer Zeit abgezeichnet, dass in erster Linie die Kunst und Kulturlandschaft dem Rotstift zu Opfer fällt. Kritische Stimmen zum Galerie-Aus.

Erstellt am 27. März 2014 (23:59)
Von Jopie den Dulk

Das überraschende Aus für die Stadtgalerie „unsere art“ in Schwechat schlägt weiter hohe Wellen. Mit solchen Blitzaktionen ist niemandem geholfen, so der Tenor vieler Kunstschaffender in der Region. Der weit über Schwechat bekannte Künstler Karl Martin Sukopp lässt ausrichten: „Mit der Schließung der Galerie wurde der Bevölkerung von Schwechat in der Vermittlung der Kunst ein schlechter Dienst erwiesen.“ Über andere mögliche Hintergründe, als die finanzieller Art, denken nicht nur die Mitglieder des Kunstbeirates nach.

Im kurzen Statement von Vizebürgermeister Franz Semtner, SPÖ, bei der Vernissage von Maria Rocca spiegeln sich in etwa die gleichen Aussagen von SP-Bürgermeister Gerhard Frauenberger wider, die auch schon in der NÖN nachzulesen sind und für den Rest der Stadtväter meinungsbildend sein könnten. „Ich bin nicht der Kulturverantwortliche. Aber Faktum ist, dass wir versuchen, das Budget zu konsolidieren. Auch wenn Kunst und Kultur ein wichtiger Bereich ist, ist es so, dass man Überlegungen anstellen muss, wie man es schafft, sozial dringlich einen Budgethaushalt hinzubekommen. Wenn die Situation wieder einfacher ist, dann sind wir gerne bereit, der Kultur wieder ihren Platz einzuräumen.“

Paul Sukopp hat den mentalen Stellenwert der Kunst und Kultur in den Köpfen der Gemeindevertreter folgendermaßen eingeschätzt: „Ich habe nur eines bemerkt, dass die Führenden in Schwechat mit all ihren politischen Anhängseln keinen Funken für Kunst über haben, es ist ein lästiges Übel.“

Auch die Schwechater Künstlerin RenatA PantherA zeigt sich verwundert ob der plötzlichen Schließung der zentral gelegenen schönen Galerie. „Hätte man gewusst, dass so etwas im Raume steht, hätte man gemeinsam finanziell etwas regeln können. Ich hätte die Galerie sehr gerne unterstützt.“

Johannes C. Hoflehner, Intendant des Theater Forum Schwechat, kann wie so viele andere Betroffene und Nichtbetroffenen zuerst einmal den Kopf schütteln über derartige Entscheidungen: „Es ist einmal so, dass Schwechat weiche Standortfaktoren braucht, wie Kunst, Freizeitangebote, die das Alltagsleben angenehmer machen, denn Schwechat ist im Grunde eine sehr harte Stadt. Ich kenne die genauen Hintergründe der Schließung der „unsereArt“ Galerie nicht. Aber man vermutet stark, dass das sozusagen auch ein politisches Aus ist für ein Projekt, das noch unter dem alten Bürgermeister gestartet ist. Ich bedaure es sehr, dass in unserer unmittelbaren Nähe eine Kulturplattform so früh schon wieder geschlossen wurde.“

Fazit: Ein jeder denkt sich sein Teil und der Glaube an eine vernünftige Kulturzukunft steht auf ziemlich wackeligen Beinen.