„Fischamender Spielleut“ begeistern bei Premiere

Erstellt am 03. Oktober 2022 | 20:26
Lesezeit: 3 Min
Zwei Jahre lang musste die Laienschauspieltruppe um Regisseur Franz Herzog coronabedingt auf die Premiere von "Der zerbrochene Krug" warten.
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Das Stück „Der zerbrochene Krug“ von H.C. Artmann nach Heinrich von Kleist, lässt Regisseur Franz Herzog in  Fischamend während des 1. Weltkrieges  spielen. Somit werden sämtliche Dialoge in niederösterreichischer Mundart vorgetragen.

Mit Mario Santi in der Rolle des zwielichtigen Dorfrichters Adam  wurde die Hauptfigur perfekt besetzt. Auch die stocksteife Richtergehilfin Fernandia Liechtl, gespielt von Regina Wüttich, und der sturzbetrunkene Gerichtsdiener Michl (Toni Eggendorfer) verliehen dem Stück einen individuellen Charakter. Gerade letztgenannter hat mit direkten Ansprachen an das Publikum,  die Zuseher als Teil des Schauspiels integriert. Wolf-Dieter Schindler übernahm mit dem ausnahmslos in pluralis majestatis sprechenden Gerichtspräsidenten wohl die anspruchsvollste Rolle. 

Leidenschaft und Herzblut

Unvermeidbare Texthänger wurden durch die zwei Souffleusen (Berta Schindler und Sigi Kotlan) gut kaschiert und den Schauspielern rasch auf die Sprünge geholfen. Nicht nur die schauspielerische Leistung bestach mit Leidenschaft und Herzblut, das Bühnenbild von Horst und Regine Piller war für jede Szene liebevoll gestaltet. Die Kratzer auf der Glatze des Dorfrichters, geschminkt von Eva Krikellis, sahen auf den ersten  Blick  täuschend echt aus. Das Lichtspiel und Soundwerk verliehen der Szenerie die gewünschte emotionale Färbung. Verantwortlich dafür war Ronny Hiermayr. 

Gesamt hat man die Freude gespürt, mit der die Laienschauspieler nach einer zweijährigen Pause an  ihr Werk gingen. Man wurde durchgehend unterhalten, Talfahrten des Spannungsbogens gab es so gut wie keine. „Sich selbst einzuschätzen ist immer etwas schwierig. Aber ich bin sehr zufrieden mit der Leistung der Gruppe und wir freuen uns auf die noch folgenden Auftritte“, erklärt Regisseur Franz Herzog.

Weiterer Termine: 

  • Freitag, 7. und Samstag, 8. Oktober sowie Freitag, 14. und Samstag, 15. Oktober, jeweils 19.30 Uhr
  •  Sonntagstermine am 9. und 16. Oktober, 17 Uhr
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