69 Fahrräder geklaut: Zwei Jahre Haft

Erstellt am 29. Dezember 2021 | 04:33
Lesezeit: 3 Min
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69 Fahrräder wurden bei zwölf Tatorten gestohlen. Nun werden die beiden Täter zur Rechenschaft gezogen.
Foto: Shutterstock/Rainer Fuhrmann
Verfahren am Landesgericht Korneuburg: Ein 40-jähriger Ungar stahl Räder und verkaufte sie, um sich mit dem Geld Drogen beschaffen zu können. Nun landet er im Gefängnis, genau wie sein Komplize.
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Seit 20 Jahren bestimmen Drogen das Leben eines 40-jährigen Ungarn, was ihn auch immer wieder im Laufe der Jahre mit dem Gesetz in Konflikt brachte – sieben Mal im europäischen Ausland und zwei Mal in Österreich. Beim Verfahren am Landesgericht Korneuburg wegen schwerem gewerbsmäßigen Einbruchdiebstahls, wo es um insgesamt 69 gestohlene Fahrräder ging, bekannte er sich unumwunden schuldig. Neben Wien waren der Bezirk Bruck und der Bezirk Neusiedl am See mit insgesamt zwölf Tatorten am meisten von seinen kriminellen Machenschaften betroffen.

Fast ein Jahr, von September 2020 bis zu seiner Verhaftung am 4. August dieses Jahres, pendelte der 40-Jährige zwischen seiner Heimat und Österreich samt Einbruchwerkzeug, um zu stehlen und sich mit dem Verkauf des Diebesguts Drogen zu beschaffen. Schwieriger verhielt es sich bei einem ebenfalls angeklagten 39-jährigen Landsmann, der lediglich bei zwei Raddiebstählen in Wien dabei gewesen sein will. Bei einer früheren Vernehmung bei der Polizei konnte er aber weitere Ortschaften nennen, wo er an Diebstählen mitgewirkt haben soll.

Er habe das nur gesagt, um von den vernehmenden Polizisten in Ruhe gelassen zu werden; er kenne die Namen der Orte nicht. Seiner Glaubwürdigkeit standen zwölf Vorstrafen, unter anderem wegen erpresserischer Entführung, wofür er bis 21. Mai dieses Jahres seine Haftstrafe in Ungarn verbüßte, entgegen. Auch seine wortkarge Verantwortung half dem Hilfsarbeiter nicht, Pluspunkte bei Richterin Lydia Rada zu sammeln.

Das Urteil lautete schließlich auf 24 Monate Freiheitsstrafe für den 40-jährigen Haupttäter und 26 Monate für den 39-jährigen Komplizen. Für den 40-Jährigen kommen jedoch auch noch sechs Monate bisher bedingter Freiheitsstrafe aus einer Vorverurteilung dazu. Die höhere Strafe für den Angeklagten mit den wenigeren Straftaten erklärt sich durch dessen gerichtliches Vorleben, den raschen Rückfall und seine wenig hilfreiche Einlassung. „Ich darf mir aussuchen, was ich verurteilen soll“, erklärte Rada. Sie hielt sich an die Ergebnisse der polizeilichen Vernehmung und sah den Mann in 24 angeklagten Fakten als schuldig.

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