Farbpistolen-Attacke auf das Haus Jamal. Drei junge Männer schossen in der Nacht auf die Eingangstür. Polizei wird Ermittlungen nicht mehr weiter verfolgen.

Von Birgit Samer. Erstellt am 14. September 2016 (06:00)
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Die Paintball-Schüsse waren nach der Attacke erkennbar.
NOEN, privat

Gerüchte um drei junge Männer, die das Haus Jamal mit Farbpistolen attackiert haben sollen, haben sich in Lanzendorf zuletzt hartnäckig gehalten. Caritas-Pressesprecher Martin Gantner bestätigte den Vorfall nun auf NÖN-Nachfrage. Die Männer fuhren in der Nacht auf den dritten September gegen ein Uhr früh auf Motorrädern an der Flüchtlingsunterkunft vorbei und schossen mit Paintball-Pistolen auf die Eingangstür.

„Ein Ereignis wie dieses macht natürlich sehr betroffen und verursacht auch Angst und Unsicherheit unter den Bewohnern“, äußert Gantner sein Bestürzen. „Umso bedauerlicher“ ist der Vorfall für ihn, weil „das Einvernehmen mit der Gemeinde grundsätzlich ein sehr Gutes“ sei.

Das Volkshaus dient etwa als Ort für Deutschkurse. Einige der jungen Bewohner seien „sehr glücklich“, weil sie im örtlichen Fußballverein mittrainieren dürfen. Auch mit den anderen Caritas-Einrichtungen auf dem Gelände gebe es ein gutes Zusammenleben. Gemeinsame Veranstaltungen wie das traditionelle Sommerfest der Tagesstätte belegen das.

Ein Ereignis wie dieses macht natürlich sehr betroffen und verursacht auch Angst und Unsicherheit unter den Bewohnern.“

Martin Gantner, Caritas

Amtsleiter Karl Köllnhofer zeigt sich „erstaunt und erschüttert“ über die Paintball-Pistolen-Attacke. In den letzen zwei bis drei Monaten seien ihm keinerlei Beschwerden über die Flüchtlinge zu Ohren gekommen. „Dieser Anschlag ist zu verurteilen“, bekräftigt Köllnhofer im seine Haltung.

Die Caritas hat Anzeige gegen Unbekannt erstattet. „Wir hoffen, dass die Täter möglichst rasch ausgeforscht werden können“, betont Gantner.

Die Polizei wird die Anzeige allerdings nicht weiter verfolgen. „Es handelt sich um kein strafrechtliches Delikt. Es wurde nichts beschädigt und niemand verletzt“, weist die Polizeistelle Leopoldsdorf alle Zuständigkeit von sich. Der Caritas bleibt eine privatrechtliche Klage beim Bezirksgericht.

Ein Weg, der für Gantner nur geringe Aussichten auf Erfolg birgt. Deshalb appelliert er an die Polizei, die Täter trotzdem auszuforschen. Denn: „Wenn wir nicht wissen, wer die Täter sind, können wir nicht klagen.“ Für die weitere Vorgehensweise will die Caritas die Reaktion der Polizei abwarten.

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