Himberg/Lanzendorf: Info-Ärger auf der Ostbahn. Der Betrieb der S60 wurde kurzfristig für einen Tag eingestellt.

Von Otto Havelka und Peter Gerber Plech. Erstellt am 16. September 2020 (04:45)
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Wenn man am Bahnsteig steht und der erwartete Zug kommt nicht, dann ist das ärgerlich. Passiert ist Solches am vergangenen Montag vor einer Woche dem SP-Vizebürgermeister von Himberg, Richard Payer und mit ihm zahlreichen anderen Pendlern. Die S60, die um 8 Uhr 23 die Fahrgäste nach Wien hätte bringen sollen, kam einfach nicht. Und dies trotz der ursprünglichen Ankündigung durch die ÖBB, dass die Zeit des Schienenersatzverkehrs am Montag um 0:30 Uhr zu Ende sein wird.

Auch ein Anruf bei der ÖBB-Auskunft konnte das Rätsel um den ausbleibenden Zug nicht lösen. „Dort hat man nichts von einer Verlängerung des Schienenersatzverkehrs gewusst“, erzählt Payer.

„Für Menschen, die pünktlich an ihrem Arbeitsplatz erscheinen müssen, ist das ein echtes Problem“ SP-Vizebürgermeister Richard Payer

Aber selbst wenn, hätte das wenig geholfen. Denn die Abfahrtszeiten für den Schienenersatzverkehr stimmen nicht mit den planmäßigen Zugsverbindungen überein.

Vizebürgermeister Payer tat sich relativ leicht. Er ging wieder nach Hause und schob anstatt zur Arbeit zu fahren einen Tag Homeoffice ein. Aber „diese Möglichkeit haben nur wenige“, so Payer. „Für Menschen, die pünktlich an ihrem Arbeitspatz erscheinen müssen oder Termine haben, ist so etwas ein echtes Problem“, kritisiert er.

 Zwar sei am „Schwarzen Brett“ im Bahnhof die Verlängerung des Schienenersatzverkehrs ausgehängt gewesen, aber wer schaut schon täglich nach, ob der aktuelle Fahrplan noch stimmt. 

Die NÖN hat bei den ÖBB nachgefragt, warum die S60-Züge am Montag nicht wie vorgesehen verkehrt sind. Die Projektleitung der Baustelle bei der neuen B11-Unterführung in Lanzendorf habe am Freitag gegen Mittag informiert, dass sie mit den Bauarbeiten nicht fertig werden – sprich, einen Tag Verlängerung der Sperre brauchen würden, lautete die Auskunft von ÖBB-Pressesprecher Christopher Seif. Offenbar, so ergab die Recherche der NÖN, musste die Belastungsprobe der neu gebauten Brücke in Lanzendorf wiederholten werden. Mit in der Nacht auf Samstag ausgehängten Plakaten, Infos auf den Monitoren und Durchsagen auf den Bahnhöfen sei darauf hingewiesen worden. Im elektronischen Fahrplan Scotty habe man das Enddatum des Schienenersatzverkehrs zwar korrigiert, aber nicht explizit auf die Verlängerung der Baustelle hingewiesen.