Anrainer-Protest gegen geplante Zufahrt. Anrainer aus Leopoldsdorf fürchten mehr Lkw-Verkehr durch Stichstraße zum Gelände der Firma Varga. 

Von Nicole Frisch. Erstellt am 24. März 2021 (05:57)
Gerhard Schum hat eine Unterschriftenaktion gestartet.
privat

Eine Wohnstraße ist die Laimerstraße zwar nicht, für die Anrainer hat sie aber eine solche Qualität. Kinder spielen hier, Radfahrer nutzen die Sackgasse als Radweg. Für Aufregung sorgt nun aber ein Punkt in der 13. Änderung des Raumordnungsprogrammes, welche derzeit öffentlich aufliegt.  „Am nördlichen Ende der Laimerstraße soll lediglich eine private Zufahrtsmöglichkeit zum Betriebsgebiet durch eine Anbindung mit einer Breite von 3,5 Meter ermöglich werden“, heißt es unter Änderungspunkt A7. 

Dabei geht es um eine Zufahrt zum Gelände des Transportunternehmens Varga. Im Änderungsentwurf steht zwar, dass diese „keineswegs für den betrieblichen Verkehr genutzt werden“ soll, die Anrainer befürchten dennoch eine Zunahme des Lkw-Verkehrs. „Wo glauben Sie wird ein Lkw in Zukunft von seinem Navi hingeleitet werden, wenn er die Firmenadresse eingibt?“, so Anrainer Gerhard Schum. Zudem verweist er auf zwei Zufahrten in der Lutzstraße und in der Maria Lanzendorfer Straße.

Schum hat Unterschriften gesammelt. Alle Anrainer haben unterschrieben, ein Haushalt konnte nicht angetroffen werden. Die Unterschriftenliste wurde bereits Bürgermeister Fritz Blasnek (ÖVP) übergeben. 

Der Bürgermeister verweist darauf, dass die Firma Varga bei der Gemeinde um die zusätzliche Zufahrt angesucht hat. Daher wurde diese in die Änderung des Raumordnungsprogrammes aufgenommen.  „Das Ganze kommt in den Gemeinderat. Dort werde ich die Argumente beider Seiten auf den Tisch legen und dann wird abgestimmt“, hält Blasnek fest. Er verweist zudem auf das Lkw-Fahrverbot in der Laimerstraße.

SPÖ und Bürgerliste stehen dem Vorhaben ablehnend gegenüber. „Wir werden sicher nichts beschließen, was zum Nachteil der Anrainer ist“, unterstreicht Vizebürgermeister Thomas Giselbrecht. Er prüft Alternativen, die keine Belastung für die Anrainer bedeuten. Er plant schon länger verkehrsberuhigende Maßnahmen in der Laimerstraße. Auch die Bürgerliste will verhindern, dass der Verkehr in der Laimerstraße „bewusst oder unbewusst mehr wird“. „Wir stehen zu 100 Prozent auf der Seite der Anrainer“, betont Obmann Helmut Syrch. Kritisch sieht er auch, dass für die Zufahrt Grünfläche zubetoniert werden soll. Bis Mitte April liegt der Entwurf öffentlich auf. Danach wird er im Gemeinderat behandelt.

Die Firma Varga äußerte sich bis Redaktionsschluss nicht zu diesem Vorhaben.