Interner VP-Zwist um Mandat. Manuela Krautgartner nicht mehr berücksichtigt. Meinungsverschiedenheit soll Grund sein.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 13. März 2020 (06:08)
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Manuela Krautgartner und Fritz Blasnek
Weichselberger/Wimmer

„Zwölf Jahre Parteiarbeit für Fritz Blasnek, zehn davon im Gemeinderat sind nichts wert“, hält Manuela Krautgartner fest. Letzte Woche entzog VP-Bürgermeister Fritz Blasnek der langjährigen Parteikollegin alle politischen Ämter – zuletzt war sie unter anderem geschäftsführende Gemeinderätin und Vorsitzende des Bau-Ausschusses. Auch im Gemeinderat wird sie in der kommenden Periode nicht mehr vertreten sein. Das Mandat wurde ihr ebenfalls entzogen, aufgrund der alphabetischen Kandidatenreihung auf der Wahlliste kann sie auf dieses rein rechtlich auch nicht beharren. Sie kandidierte auf Listenplatz 23. Diese Entscheidung hat Blasnek allein getroffen, kritisiert Krautgartner – und das aufgrund einer Meinungsverschiedenheit. „Ich habe es gewagt, eine seiner Entscheidungen in einem Vier-Augen-Gespräch zu hinterfragen und für befremdlich zu halten“, erzählt sie.

Blasnek verweist hingegen darauf, dass innerhalb der ÖVP lange diskutiert wurde, wie es weitergehen soll und wer in den Gemeinderat einziehen wird. Unter anderem sollten jüngere Kandidaten bei der Mandatsvergabe berücksichtigt werden – im Sinne eines künftigen „Generationenwechsels“. Auch mit Krautgartner habe er darüber gesprochen. „In den Gesprächen sind wir auf keinen grünen Zweig gekommen“, unterstreicht Blasnek. Auf den Vorwurf, Entscheidungen allein zu treffen, entgegnet er: „Das ist immer so in Führungspositionen. Es muss immer einer bestimmen.“

 Zwölf Jahre Parteiarbeit für Fritz Blasnek, zehn davon im Gemeinderat, sind nichts wert.“ Ex-VP-Gemeinderätin Manuela Krautgartner

 Kritik übt Krautgartner auch daran, in welcher Art und Weise die Vorzugsstimmen ausgezählt wurden. Da ihr Ehemann und bisheriger VP-Gemeinderat Günther Schmirl ebenfalls für die ÖVP kandidierte, wurden die Vorzugsstimmen halbiert. Blasnek rechtfertigt dies damit, dass Vorzugsstimmen bei Familien anders zu beurteilen seien. Schmirl ging bei der Mandatsvergabe ebenfalls leer aus.

Trotz der Umstände, durch die Krautgartner aus der Gemeindepolitik ausscheidet, blickt sie zufrieden auf die Arbeit der vergangenen Jahre zurück. Diese habe ihr immer große Freude bereitet. Es gelang ihr, einige Projekte, die ihr ein Anliegen waren, umzusetzen. „Besonders stolz macht es mich auch, dass Leopoldsdorf den ersten Platz beim Partizipationsprozess für das Haus AG34 erhalten hat“, lässt sie wissen. Ihr Mandat übernimmt Helmut Schuster.