„Spaßkarte“ anstelle von Polizeiausweis. Im Streit mit anderen Autofahrer zückte 51-Jähriger falschen Ausweis. Dafür und für Falschaussage gab‘s sechs Monate bedingt.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 13. Juni 2021 (04:22)
kor08bez-staatsanwaltschaft Landesgericht Korneuburg
Landesgericht Korneuburg
NOEN, Löwenstein/Archiv

„Es wäre ein Strafverfahren gewesen“, sagte Richterin Astrid Raufer am Landesgericht Korneuburg, als sie quasi den zweiten Teil einer Geschichte zu verhandeln hatte, die sich am 6. Jänner diesen Jahres im steirischen Hartberg und am 9. Jänner in Leopoldsdorf abgespielt hat.

Als erstes wurde am 19. Februar diesen Jahres, ebenfalls in Korneuburg, jedoch der Vorfall aus Hartberg verhandelt. Im Zuge einer Drängelei zwischen zwei Autofahrern habe sich der 51-jährige Selbstständige am 6. Januar so provoziert gefühlt, dass er sich und seinen Neffen mit einer „Spaßkarte“ als Polizisten vor dem anderen Autofahrer auswies.

Falsche Aussage vor der Polizei

Das brachte ihm eine dreimonatige bedingte Freiheitsstrafe ein. Im zweiten Teil ging es um eine Falschaussage, die der Mann am 9. Jänner bei der Polizeiinspektion in Leopoldsdorf getätigt hat. Darin behauptete er – obwohl von einem Zeugen eindeutig identifiziert – dass sein Neffe gar nicht beim Vorfall in Hartberg dabei war.

„50 Jahre hab ich nichts gehabt“, wiederholte der Mann immer wieder. Umso mehr interessierte sich Raufer für das Motiv der Lüge. „Ich hab Angst g’habt, Panik bekommen“, war seine Erklärung für sein Handeln. Das Urteil, das der 51-Jährige akzeptierte, lautete erneut auf drei Monate bedingte Freiheitsstrafe – somit wurden es insgesamt sechs.