Umstrukturierung: Pfarren rücken näher. Vösendorf, Hennersdorf und Leopoldsdorf bilden einen „Seelsorgeraum“. Aber: Jede Pfarre bleibt selbstständig.

Von Johannes Taschler. Erstellt am 26. August 2017 (04:04)
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Die Kirchenbesuche nehmen ab, die Priester werden weniger, die Mitarbeiterressourcen und Geldmittel knapper. Aus diesen Gründen bilden die Pfarren Vösendorf, Hennersdorf (beide Bezirk Mödling) und Leopoldsdorf ab 1. September auf Wunsch der Erzdiözese Wien offiziell einen „Seelsorgeraum“ mit dem Namen „Am Petersbach“.

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Bereiten sich schon vor: Pater Peter
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Seitens der Erzdiözese Wien begründet man diesen Schritt mit dem „nicht traditionellen katholischen Stammpublikum. Diese Region ist sehr industriell geprägt. Die Art der Zusammenlegung wurde mit den Pfarrern gut vereinbart und auch sie sind mit der Lösung sehr zufrieden.“

Die Leitung dieses Seelsorgeraums wird Peter Paul Piechura übernehmen, der schon seit vielen Jahren die Pfarre in Leopoldsdorf moderiert.

Verstärkte Kooperation auch bei Jugendarbeit

Jede Pfarre bleibt trotzdem selbstständig, man unterstützt einander lediglich bei der pastoralen Arbeit. Geplant ist unter anderem die Zusammenarbeit im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit. Auch bei Veranstaltungen wie Wallfahrten will man sich künftig zusammentun. Vor allem aber geht es um die gegenseitige Aushilfe bei der Leitung der Gottesdienste. Das Dekret wird am 3. September im Rahmen der Leopoldsdorfer Sonntagsmesse von Bischofsvikar Pater Petrus Hübner übergeben.

Zwei Priester in drei Pfarren im Einsatz

Aufgrund der Tatsache, dass der derzeitige Hennersdorfer Pfarrer Patrick Chukwuemeka Nworgu Ende August versetzt werden soll, soll auch diese Pfarre von Piechura übernommen werden.

Um in Hennersdorf regelmäßige Termine ermöglichen zu können, wird auch Pater Josef Ritt aus Vösendorf zum Einsatz kommen und jeden dritten Sonntag im Monat in Hennersdorf die Heilige Messe lesen. In Vösendorf wird es währenddessen trotzdem einen Wortgottesdienst mit Kommunion geben. So bleiben grundsätzlich alle Termine erhalten, nur das Personal rotiert.

Pater Patrick verlässt Pfarre Hennersdorf

In den 15 Jahren, die der gebürtige Nigerianer Pater Patrick in Hennersdorf gedient hat, sei er „sehr zufrieden gewesen“. Wohin ihn der Weg führen werde, wisse er noch nicht.

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Bereiten sich schon vor: Pater Josef.
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Pater Josef Ritt aus Vösendorf ergänzt: „Bei größeren Festen wie Ostern oder in der Weihnachtszeit wird es etwas komplizierter. Diese Zeit muss individuell besprochen und eingeteilt werden. Ansonsten übernimmt Pater Piechura die Hauptverantwortung für den Seelsorgeraum und ich assistiere ihm, um das gewohnte Pfarrleben in Hennersdorf zu erhalten – ohne Termineinbußen.“