VP-Blasnek will offene Kooperation. Volkspartei will alle Parteien ins Boot holen. Bürgerliste, SPÖ und FPÖ wollen letztes Gespräch abwarten.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 11. Februar 2015 (06:04)
NOEN, Gerald Burggraf
VP-Bürgermeister Fritz Blasnek will mit allen Parteien zusammenarbeiten.

Der Wahlausgang in der Marktgemeinde ist trotz der deutlichen Zugewinne für ÖVP und Bürgerliste mit Konfliktpotenzial behaftet. Denn die Volkspartei um den amtierenden, und wohl auch künftigen, Bürgermeister Fritz Blasnek verpasste nur um ein Mandat die absolute Mehrheit. Grundsätzlich würde also eine FPÖ als Juniorpartner für ein Übergewicht im Gemeinderat reichen. Doch ob sich Blasnek tatsächlich einer starken Opposition mit Bürgerliste und SPÖ aussetzen will?

Blasnek spricht von „historischer Chance“

Es scheint nicht so, denn wie Blasnek gegenüber der NÖN wissen lässt, will er alle Parteien in ein gemeinsames Boot holen. „Ich wünsch mir eine Zusammenarbeit aller“, unterstreicht er und erteilt einer traditionellen Koalition aus zwei Parteien mehr oder weniger eine Absage.

Gespräche mit den anderen Parteien hätten bereits stattgefunden und wären durchaus positiv verlaufen. Ihm ginge es nun darum, Projekte für Leopoldsdorf zu realisieren. So würde er die künftigen Projekte gerne innerhalb des Gemeinderates aufteilen und jeder würde diese dann eigenständig umsetzen. „Das ist die historische Chance, dass alle an einem Strang ziehen“, so Blasnek.

Finale Gespräche fehlen noch, erst dann wird man sehen, wie es weitergeht.“
Bürgerliste, SPÖ und FPÖ stehen dem Vorschlag der ÖVP noch skeptisch gegenüber

Natürlich schwingt auch das Damoklesschwert „Oppositionspolitik“ mit. „Ich will niemanden in die Opposition zwingen“, gibt der VP-Spitzenkandidat zu. Nachdem es mit dieser Variante auch keinen Partner gebe, tritt Blasnek dafür ein, dass auch der Vizebürgermeisterposten der Volkspartei zufällt. Einen Namen wollte er aber noch nicht nennen.

Überrascht über den Gang an die Öffentlichkeit reagieren die übrigen Leopoldsdorfer Parteien. „Aus unserer Sicht gibt es diese Woche die finalen Gespräche, ob es die Möglichkeit einer Zusammenarbeit gibt. Wir lassen uns überraschen, ich will der Verhandlung aber nicht vorgreifen“, erläutert Bürgerliste-Chef Helmut Syrch.

Ins selbe Horn stößt auch SP-Spitzenkandidatin Andrea Cihlar. „Wir stehen noch mitten in den Verhandlungen. Das gehört alles noch genau besprochen“, betont sie. Zudem möchte sie nicht zuviel erzählen, da eigentlich Stillschweigen vereinbart wurde. „Daran halte ich mich auch“, unterstreicht Cihlar. Sie gibt lediglich Preis, dass die bisherigen Gespräche übersichtlich gelaufen waren, die Quintessenz müsse aber noch herausgearbeitet werden.

Abwartend reagiert auch FP-Chef Walter Posch in Bezug auf die finale Verhandlungsrunde mit der ÖVP Mitte der Woche. „Die Gespräche sind noch nicht abgeschlossen und ich möchte ihnen nicht vorgreifen“, erklärt Posch.
 

Die Mandate

Nach der Wahl gibt es 25 Gemeinderatsposten zu besetzen. Aufgrund des Bevölkerungswachstums zwei mehr als noch 2010.

ÖVP: 12 Mandate
Bürgerliste: 7 Mandate
SPÖ: 5 Mandate
FPÖ: 1 Mandat