Zwist um Polizeilokal im Gemeinderat. Bürgerliste soll laut Bürgermeister Fritz Blasnek eine „Fake-Interessentin“ geschickt haben. Helmut Syrch dementiert.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 25. Mai 2019 (04:19)
Burggraf, Frisch
VP-Ortschef Fritz Blasnek, Bürgerlisten-Obmann Helmut Syrch und SP-Fraktionsvorsitzende Andrea Scharf

Das alte Polizeilokal steht derzeit leer – und dieser Umstand sorgte in der letzten Gemeinderatssitzung für Unmut. Vonseiten der Opposition wurde nachgefragt, ob es Interessenten dafür gebe. VP-Bürgermeister Fritz Blasnek verneinte dies zunächst. Bürgerlisten-Obmann Helmut Syrch sprach ihn darauf hin auf jene Leopoldsdorferin an, die sich bei Blasnek über die Eröffnung eines Lokals erkundigt hatte.

Der Ortschef bestätigte, dass eine Frau bei ihm gewesen ist und Interesse an der Eröffnung eines Lokals hatte. Laut Blasnek verfügte sie allerdings über keine Gastronomieerfahrung. „Die Dame hat nicht einmal nach der Miete gefragt“, sagt er. Nun vermutet er, dass es sich bei dieser Frau um eine „Fake-Interessentin“ handelte, die von der Bürgerliste geschickt wurde. Grund für diese Annahme ist vor allem die Nachfrage von Syrch während der Sitzung.

"Ist beschämend für einen Bürgermeister"

Syrch erklärt, dass die Frau bei der Bürgerliste nur nachgefragt habe, an wen sie sich wenden soll, wenn sie ein Lokal eröffnen will. Sie wurde dann an den Bürgermeister weitergeleitet. „Eine Bürgerin, die etwas in der Gemeinde aufbauen will, jetzt öffentlich schlecht zu machen, ist beschämend für einen Bürgermeister“, betont Syrch.

Laut Blasnek, der Gastronomieerfahrung hat, ist das Polizeilokal nicht für einen gastronomischen Betrieb geeignet. Die SP kann sich vorstellen, dass im Polizeilokal ein „Ort der Begegnung“ entsteht. Auch die Bürgerliste will, dass das Polizeilokal zugunsten der Bevölkerung genutzt wird – beispielsweise in Form eines Kaffeehauses mit Gastgarten. Die künftige Nutzung solle jedenfalls gemeinsam diskutiert werden.

SP-Fraktionsvorsitzende Andrea Scharf kann sich auch ein Bürgerbüro im alten Polizeilokal vorstellen. Für Blasnek kommt das überhaupt nicht in Frage. „Die Gemeinde ist dort einst ausgezogen. Es macht keinen Sinn, mit Akten über die Straße zu gehen“, meint der Bürgermeister.