Leopoldsdorf bangt um Pfarrkindergarten. Erzdiözese kann Kosten auf Dauer nicht alleine stemmen, bis 2022 ist Erhalt aber sicher. Gemeinde will helfen.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 26. Juni 2020 (05:12)
Der Kindergarten am Leopoldsdorfer Kirchenareal hat eine Tradition bis ins Jahr 1912 zurück.
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Neben den öffentlichen Kindergärten gibt es in der Marktgemeinde auch einen Pfarrkindergarten. Dessen Zukunft steht nun aber zur Diskussion. Denn die Erzdiözese Wien kann den Betrieb aller neun Pfarrkindergärten in Niederösterreich langfristig nicht sicherstellen. „Wir müssten doppelt so viel Geld zuschießen wie bisher, um konkurrenzfähig zu bleiben“, erklärt Michael Prüller, Sprecher der Erzdiözese.

Der Pfarrkindergarten hat in der Marktgemeinde eine lange Geschichte. Bereits 1912 wurde er von den Schwestern des Göttlichen Heilands errichtet und von diesen auch bis 1980 betrieben. VP-Bürgermeister Fritz Blasnek besuchte in seiner Kindheit selbst den Pfarrkindergarten. „Das ist eine sehr traditionsreiche Angelegenheit“, hält er fest. Blasnek ist es daher ein Anliegen, dass die Betreuungseinrichtung erhalten bleibt.

Das sieht auch die Erzdiözese so. Daher will man nun Gespräche mit dem Land NÖ und der Gemeinde aufnehmen und mögliche Finanzierungsmodelle besprechen. Lösungen sollten spätestens im Herbst 2022 vorliegen. Bis dahin ist der Betrieb gesichert und Subventionen vorhanden. „Am Ende gibt es die Möglichkeit, dass der eine oder andere Kindergarten nicht weitergeführt wird, aber das wollen wir nicht“, sagt Prüller. 

Blasnek kann sich vorstellen, dass die Kirche den Kindergarten weiterhin betreibt, die Gemeinde aber die Finanzierung übernimmt. Vorstellbar ist auch, dass der Verein Freunde des Pfarrkindergartens den Betrieb übernimmt. „Oder wir machen es selbst“, so Blasnek. 

All das muss nun aber erst einmal in Verhandlungen geklärt werden. „Es wäre eine schöne Lösung, wenn die Kirche den Kindergarten mit anderen Financiers weiterbetreiben könnte“, betont Diözese-Sprecher Prüller. Aus der Kindergartenarbeit wolle man sich auf jeden Fall nicht zurückziehen.