Gauner ließ Nobelautos verschwinden. Pole (46) brachte Leihfahrzeuge nach Russland. Fünf Jahre Gefängnis.

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 25. Januar 2018 (04:24)
Symbolbild

Als seriöser Geschäftsmann im teuren Zwirn präsentierte sich ein 46-jähriger Pole bei Mietwagenunternehmen in Mannswörth und Wien. Er mietete Autos an und gab sich nur mit Fahrzeugen der Oberklasse (Mercedes und BMW) zufrieden. Dabei legte er, wie sich später herausstellte, falsche Papiere vor und zahlte mit getürkten Kreditkarten.

Als sich die Coups mehrten, griffen die Mietwagenunternehmer zur Selbsthilfe: Sie schlossen sich kurz und die ausgetauschten Bilder aus den Überwachungskameras brachten die Geschäftsleute auf die Spur des Stammkunden. Als sich der Pole dann wieder einen Nobelschlitten anmietete, klickten die Handschellen. Die Spur der Mietfahrzeuge (mit einem Gesamtwert von über 300.000 Euro) verlor sich in Russland, nachdem die Gauner deren Ortungssysteme ausgebaut hatten.

Der in seiner Heimat 18-fach vorbestrafte Auto-Entführer zeigte sich vor Gericht geständig und wurde wegen gewerbsmäßigen schweren Betruges als Mitglied einer Bande zu einer fünfjährigen Gefängnisstrafe verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.