Gebrüder Weiss: Vor 15 Jahren gekommen, um zu bleiben. Seit 15 Jahren betreibt die Transport- und Logistikfirma Gebrüder Weiss den Standort Maria Lanzendorf. Derzeit sind hier 955 Mitarbeitende beschäftigt und die vom Familienunternehmen zum Konzern gewordene Firma denkt an Expansion.

Von Peter Gerber Plech. Erstellt am 15. September 2021 (17:21)
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Karl Meiringer und Nina Nowak sind mit über den Standort Maria Lanzendorf glücklich.
Peter Gerber Plech/Gebrüder Weiss

In der internationalen Transport-Branche ist die weiße Schrift auf orangefarbenem Grund längst zur Marke geworden und in Maria Lanzendorf gehören die entsprechend gefärbten, Richtung S1 wegfahrenden LKW zum Ortsbild. Seit 15 Jahren betreibt das zu einer Großfirma gewachsene Vorarlberger Familienunternehmen Gebrüder Weiss den Standort im Industrieviertel als Drehscheibe zwischen Ost/Südost und West. Und das mit großem Erfolg. Nicht zuletzt wegen der idealen Verkehrsanbindung an die Oststaaten wie Ungarn oder die Slowakei.

Die Geschichte in Maria Lanzendorf beginnt praktisch mit der Fertigstellung der S1 im Jahr 2006 und 560 Mitarbeitenden auf einer Fläche 110.000 m2. „Heute sind am Standort Maria Lanzendorf 955 Mitarbeitende beschäftigt. In den 15 Jahren haben wir 20.000m2 hinzugekauft, neue Gebäude und einen neuen LKW-Parkplatz erstellt. Und wir befinden uns bereits wieder in der Situation, dass wir schon fast zu klein sind“, sagt Karl Meiringer, der seit 2018 die Leitung der Niederlassung Maria Lanzendorf innehat. Ein zweites Standbein in der Umgebung von Wien, und damit folgend eine Aufteilung der Geschäftsfelder, sei in mittelbarer Zukunft unumgänglich.

Auch wenn ein Logistik- und Transportunternehmen in unmittelbarer Nachbarschaft für die Bevölkerung nicht gerade ein Wunschszenario ist, so sei das Einvernehmen zwischen der Firma Gebrüder Weiss und der Gemeinde Maria Lanzendorf ein gutes, betont Meiringer und streicht die Wichtigkeit seiner Branche hervor. "Gerade zu Beginn der Corona-Pandemie hat man gesehen, wie wichtig die funktionierende Transport- und Lieferkette für jeden einzelnen ist." Auch Gebrüder Weiss ist durch die Pandemie getroffen worden und an die 400 Mitarbeitende mussten im Homeoffice arbeiten. "Wir haben das Glück, dass wir frühzeitig die richtigen Maßnahmen getroffen haben und der Betrieb funktioniert hat", sagt Meiringer.

Engagiert ist die Firma in der Ausbildung von Mitarbeitenden. Laut Recruiting-Expertin Nina Nowak sind in Maria Lanzendorf bis heute 83 Lehrlinge ausgebildet worden und deren 20 sind aktuell im Programm drin. Zudem gibt es Ausbildungsprogramm für Maturanden, die während eines Jahres durch sämtliche Abteilungen begleitet werden. Das Arbeitsklima in Maria Lanzendorf passt, das habe sich auch bei der kürzlich in der „Wolke7“ abgehaltenen Betriebsfeier zum 15 Jahre dauernden Bestehen gezeigt, sagt Nowak. „Um die 200 Mitarbeitenden sind seit Beginn im Jahr 2006 bei uns beschäftigt – für ein Logistik-Unternehmen eine erstaunliche Zahl.“ Trotz der Entwicklung vom reinen Familienunternehmen hin zum Konzern habe man bei aller Professionalität den familiären Zusammenhalt beibehalten können.

Auch Umwelt- und Klimaschutz sind kein Lippenbekenntnis. Die Photovoltaikanlagen auf den (teilweise vermieteten) Dächern liefern rund 2400 kWpStrom pro Jahr und die Entwicklung von elektrisch oder mit Wasserstoff betriebenen LKW wird seitens Gebrüder Weiss ganz genau beobachtet. In der Schweiz ist bereits ein Wasserstoff-Lkw für Gebrüder Weiss unterwegs und am Standort Maria Lanzendorf sind derzeit zwei Elektrofahrzeuge im Einsatz. Gerne hätte man davon noch mehr auf der Straße, aber aktuell seien diese am Markt noch kaum erhältlich, sagt Meiringer. „Photovoltaik am Dach und der Einsatz von alternativen Antrieben sind in der Branche keine Selbstverständlichkeit. Der Umwelt- und Klimaschutz ist uns wichtig. Dieses Thema wird uns, neben der Digitalisierung, in den nächsten Jahren stark beschäftigen. Da nehmen wir auch bewusst Mehrkosten in Kauf.“