Kleinkinderbetreuung: Abfuhr für den Ortschef. ÖVP, FPÖ und Grüne gegen Kooperation bei Kleinkinderbetreuung mit Nachbargemeinden.

Von Peter Gerber Plech. Erstellt am 29. August 2019 (04:27)
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Fand keine Mehrheit im Gemeinderat: Bürgermeister Peter Wolf.; Hielt den Vorschlag für intransparent: Christoph Lampert von den Grünen.
 
PGP

Das hatte sich SP-Ortschef Peter Wolf ganz anders vorgestellt. Erst ist sein Antrag auf Dringlichkeit mit 9 zu 5 Stimmen noch angenommen und das Geschäft damit zur Diskussion an der Gemeinderatssitzung zugelassen worden, danach aber kam die Abfuhr. Und das obwohl die SPÖ, etwa in Person von Gemeinderat Christian Schuster noch mahnte: „Das ist ein soziales Projekt, dem wir zustimmen sollten.“

Dennoch fand das Projekt keine Mehrheit im Gremium. ÖVP, Grünen und FPÖ lehnten mit den Stimmen eine Zusammenarbeit mit Lanzendorf und Zwölfaxing in der Betreuung von Kleinkindern im Alter zwischen 1 und 2,5 Jahren mit 8:7 Stimmen ab.

"Diese Zahl ist nicht transparent"

Für die ÖVP war es nicht akzeptabel, dass der Bürgermeister – trotz mehrwöchiger Vorbereitungszeit – an der Sitzung nur eine ungefähre Kostenbeteiligung in der Höhe von 3.000 Euro pro Betreuungsplatz und Jahr, aber keine detaillierte Aufschlüsselung dieser Kosten hatte vorlegen können. Ins gleiche Horn stieß auch Grünen-Obmann Christoph Lampert: „Wie setzen sich die hier vorgestellten ungefähren Kosten von 3.000 Euro pro Betreuungsplatz und Jahr zusammen? Diese Zahl ist nicht transparent.“

Den Grünen fehlte zudem die Prüfung möglicher Alternativen, zumal die Kosten für die Eltern mit monatlich 540 Euro (bei 50 Stunden Betreuung pro Woche inkl. Verpflegung) zusätzlich zum Gemeindebeitrag hoch angesetzt seien. Laut Bürgermeister Wolf gebe es nur eine andere Variante: „Die einzige Alternative ist, wenn wir ein eigenes Betreuungsangebot auf die Beine stellen würden.“

Während der teilweise hitzig geführten Diskussion brachte Grünen-Chef Lampert einen Vorschlag ein, der im Sozialausschuss diskutiert werden soll. Der Vorschlag sieht vor, dass die Gemeinde Eltern mit einem individuell gesuchten und gefundenen Betreuungsplatz künftig statt 70 neu 100 Euro Zuschuss an die monatlichen Kosten entrichten soll.

In den Tagen nach der Sitzung gingen die Wogen auf den parteiinternen Facebook-Seiten hoch und die gegenseitigen Anschuldigungen fanden dort ihre Fortsetzung.

Fazit nach der hitzigen Debatte: Der Wahlkampf hat in Maria Lanzendorf längst begonnen und nimmt Fahrt auf.

Partner wollen nun alleine weitermachen

Das Projekt der Kleinkinderbetreuung in Zwölfaxing ist trotz des Negativentscheides aus Maria Lanzendorf nicht vom Tisch. Laut Lanzendorfs SP-Bürgermeisterin Silvia Krispel werden ihre Gemeinde und Zwölfaxing diesen Service nun halt für zwei statt wie ursprünglich geplant für drei Gemeinden anbieten.