Peter Meissner und die falsche Rumkugel. Eierlikör gehört nicht in die Rumkugeln, auch wenn’s gscheiter wäre. Der Autor erklärte, warum dem so ist.

Von Peter Gerber Plech. Erstellt am 08. Dezember 2019 (04:36)
Peter Meissner las aus seinem Buch „Auch Engel lachen gerne ... weiter“. Mit seinen Kurzgeschichten brachte der Auto Weihnachtsstimmung in den Maria Lanzendorfer Gemeindesaal.
Peter Gerber Plech

Advent ist, wenn landauf und landab gebacken, gebastelt und gesungen wird. Autor Peter Meissner (66) griff bei seiner von der örtlichen Bücherei organisierten Lesung aus den eigenen Werken der „Auch Engel lachen gerne“-Reihe tief in die autobiografische Kiste und zog daraus Geschichten hervor, die das Leben schrieb und heute immer noch schreibt.

Der Blick fiel auf Weihnachtliches aller Art. Die „überall beliebten, meist in Zuckerlrosa gehaltenen Bastelein“ von Renate waren ebenso Thema wie der Umstand, dass nicht jedes Vanillekipferl im Gaumen des Genießers gleich gut ankommen kann.

Start in den Advent ist geglückt

Spätestens mit der Geschichte der falschen Rumkugeln hatte Meissner sein Publikum im Gemeindesaal im Sack. Wegen des aktuell fehlenden Rums musste Eierlikör als Substitut – und noch viel mehr als Nascherei für die Kugel-Herstellerin – herhalten. Dass das auf Dauer und bis zur geleerten Flasche nicht gut gehen kann, ist nachvollziehbar. Etwas mehr Eierlikör in die falschen Rumkugeln, etwas weniger davon ins Stamperl, und schon wäre der Kater am nächsten Morgen ein deutlich zahmerer geworden. Wäre.

Überhaupt zeichnete Meissner mit seinen Erzählungen für alle im Saal nachvollziehbare Bilder. Vor allem mit seinen Geschichten aus dem Buch „Opa, erzähl mir von früher“. Erinnerungen an die Badehaubenpflicht im Hallenbad, die Dr. Sommer-Tipps in der „Bravo“, die ständigen Positionsprobleme mit der Zimmerantenne „Libelle“ oder an das Vierteltelefon weckten manche Erinnerungen und die Zuhörerinnen verließen den Lese-Abend mit einem Lächeln auf dem Gesicht. Der Start in den Advent ist geglückt.