Strafe für Spätabholer. Wer seine Kinder nach den Öffnungszeiten abholt, soll eine Pönale von fünf Euro bezahlen. Nur eine Gegenstimme für Antrag.

Von Birgit Samer. Erstellt am 26. Oktober 2016 (06:19)
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Stephan Roths Antrag stieß im Gemeinderat auf Zustimmung.
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Zu spät kommende Eltern werden im Kindergarten bald zur Kasse gebeten: Einen Betrag von fünf Euro sollen diese bezahlen, wenn sie ihr Kind erst nach der Schließzeit um 16.30 Uhr abholen.

Anlass für die in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossene Maßnahme ist ein derartiger Vorfall im diesjährigen Ferienkindergarten. Eine Mutter holte ihr Kind regelmäßig eine Viertelstunde nach Ende der Öffnungszeit ab. Das Personal habe gezwungenermaßen Überstunden leisten müssen, weiß Kindergartenausschuss-Obmann Stephan Roth zu berichten. Dadurch seien „Mehrkosten für die Gemeinde“ entstanden.

Für Roth handelt es sich um eine „erzieherische Maßnahme“. „Es ist notwendig, um Mehrkosten zu vermeiden“, argumentiert der VP-Mandatar im Gemeinderat. Sobald drei Eltern einen entsprechenden Bedarf anmelden, müssten die Öffnungszeiten ohnehin verlängert werden.

Cech: Im Stau steckende Eltern „nicht bestrafen“

„Ich glaube, der Ausschuss hat einen ausgewogenen Vorschlag zwischen der sozialen Funktion des Kindergartens und der Handhabe gegen zu spät kommende Eltern geschaffen“, lobt SP-Ortschef Peter Wolf Roths Vorschlag. Bisher hatte die Gemeinde keine rechtliche Handhabe gegen Eltern, die ihre Kinder zu spät abholen. Mit nur einer Gegenstimme von SP-Gemeinderat Thomas Cech wurde der Antrag angenommen.

„Ich halte es nicht für angebracht, Eltern, die eventuell im Stau stehen, für ihr Zuspätkommen zu bestrafen“, begründet Cech seine Ablehnung. Für Personen, die es ausnutzen, dass die Kindergärtnerinnen auch nach den Öffnungszeiten bleiben, habe auch er kein Verständnis. Derartige Motive unterstelle Cech allerdings nicht allen Zuspätkommenden. Außerdem könne man „solche Dinge in einem offenen Gespräch am besten klären“.

Bis 13 Uhr ist die Kindergartenbetreuung derzeit kostenlos. Mit Anfang nächsten Jahres soll die Regelung in Kraft treten. Der reguläre Kindergartenbetrieb sowie der Ferienkindergarten des Landes und der Gemeinde sind davon betroffen.

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