Moderner Stützpunkt für Schwechater Rettung. Rot-Kreuz-Bezirksstelle wird am Standort neu gebaut. Kosten dürften bei sechs bis sieben Millionen Euro liegen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 24. Dezember 2019 (06:14)
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Die derzeitige Bezirksstelle aus dem Jahr 1963 ist in die Jahre gekommen.
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„Wir haben in der Garage schon viele Male Tetris gespielt, um unsere Autos hineinzubekommen. Trotzdem sind mittlerweile einige Fahrzeuge draußen geparkt“, erzählt Markus Palkowitz. Diese plastische Beschreibung der Zustände durch den Rot-Kreuz-Geschäftsführer zeigt die Probleme in der Schwechater Bezirksstelle auf.

Der Platz ist allerdings nicht nur für die 26 Fahrzeuge zu eng. „Wir sind für die heutigen Anforderungen an das Rote Kreuz nicht mehr gerüstet“, weiß Palkowitz. Daher wird seit Jahren an einem Neubau am jetzigen Standort in der Bruck-Hainburgerstraße gearbeitet. Neben Gesprächen mit dem Land NÖ galt es vor allem die Gemeinden im Rettungsverband (siehe Infos unten) zu überzeugen.

Denn die Kosten sind zu je einem Drittel zwischen Land, Kommunen und dem Roten Kreuz Schwechat aufteilt – allerdings nur für die Bauarbeiten im Bereich des Rettungsdienstes. „Die Kosten für die Baumaßnahmen der anderen Bereiche und für sämtliche Einrichtungsgegenstände müssen wir zu 100 Prozent selbst tragen“, erklärt Palkowitz. Bei den „anderen Bereichen“ handelt es sich um die Jugendarbeit, die Gesundheits- und Sozialen Dienste sowie den Verein, der etwa die Erste Hilfe-Kurse organisiert.

Wir haben in der Garage schon viele Male Tetris gespielt, um unsere Autos hineinzubekommen.“ Rot-Kreuz-Geschäftsführer Markus Palkowitz

Die Baukosten für den Bereich des Rettungsdienstes sind mit rund 5,4 Millionen Euro veranschlagt. Beim Gesamtprojekt rechnet der Geschäftsführer mit sechs bis sieben Millionen Euro. Die Partner sind im Boot, was ein einstimmiger Beschluss im Schwechater Gemeinderat vergangene Woche beweist.

Die Braustadt wird etwas mehr als 700.000 Euro für den Neubau zuschießen. Durch das Dritteln der Baukosten müssen Gemeinden, Land und das Rote Kreuz für jeweils rund 1,8 Millionen Euro aufkommen. Innerhalb der Kommunen sind die Kosten je nach Einwohnerzahl aufgeteilt. Zudem sind die Zahlungen über drei Jahre verteilt zu leisten.

Statt dem 1963 erbauten Gebäude, das schon immer die Heimat der Rettungsorganisation war, soll nun bis 2022 ein Neubau entstehen. „Der Spatenstich und Baustart ist im kommenden Jahr geplant. Die Hauptarbeiten dann für 2021 und 2022“, berichtet Palkowitz im NÖN-Gespräch. Seinen Anteil bezahlt das Rote Kreuz Schwechat übrigens aus Rücklagen und durch die Aufnahme eines Kredits.

Die Abwicklung des Millionen-Projekts wird in Zusammenarbeit mit der RKNÖ Errichtungsgesellschaft m.b.H. erfolgen. „Wir werden aber zwei hauptamtliche Mitarbeiter speziell für den Neubau einsetzen. Die kümmern sich dann darum und haben auch die dafür nötige Ausbildung“, hält der Geschäftsführer des Schwechater Roten Kreuzes fest. Einer der beiden internen Bau-Experten ist seit zehn Jahren in der Rettungsorganisation hauptamtlich als Sanitäter tätig.