mit Genossen ab. wirft Nachfolger Putsch vor. Dieser bleibt ruhig.

Von Andreas Fussi. Erstellt am 21. November 2013 (23:59)
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Hannes Fazekas bei seiner Abschiedsrede per Videobotschaft. Fussi, Screenshot
Von Andreas Fussi

Vergangenen Mittwoch ist der Amtsverzicht von Hannes Fazekas rechtswirksam geworden. Via youtube-Video auf der Homepage der Stadtgemeinde verabschiedete er sich an dem Tag von den Bürgern der Stadt. Der NÖN wollte er aber explizit kein Interview gewähren. Er begründete das telefonisch mit der seiner Ansicht nach negativen Berichterstattung seit einem Jahr. Das Ziel aller sei es gewesen, seine politische Karriere zu zerstören, was nun geschehen sei. Mit seinem Nachfolger geht er hart ins Gericht und meint zynisch: „Er war überall dabei und redet nun von Transparenz und will mit neuem Team aus alten Leuten einen neuen Weg gehen – gratuliere!“

„Der Putschgruppe ging es nur um Ämter“ 

Am Donnerstag fuhr Fazekas in der Kronen Zeitung schwere Geschütze auf. Dort nennt er namentlich Gerhard Frauenberger, David Stockinger und Wolfgang Ottahal als Rädelsführer. Wörtlich wird er zitiert: „Der Putschgruppe ging es nur um Ämter. Schon bei meinem Rückzug haben einige mit künftigen Posten geprahlt.“

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Der Bürgermeisterwechsel und der Rücktritt von neun Stadt- und Gemeinderäten der SPÖ (Wolfgang Fuchs, Peter Howorka, Markus Vizral, Eva Gerdenits, Manuela Schachlhuber, Daniela Fazekas, Denise Dibon, Vera Edelmayer sowie Gerhard Schnaitl) sorgt auch auf den Internetforen für zum Teil heftige Diskussionen. So schreibt Daniela Fazekas, eine der zurückgetretenen Gemeinderäte – Tochter des bisherigen Bürgermeisters Hannes Fazekas und Chefin der Jungen Generation in Schwechat – auf der Facebook-Seite von Michael Gogola, dem Chef der Sozialistischen Jugend in Schwechat, von einem Putsch gegen ihren Vater. Warum sie zurücktrat? „… weil ich von Anfang an gesagt habe, dass ich den Putsch an der Partei nicht legitimiere und mit niemandem zusammenarbeiten möchte, der so vorgeht. Frauenberger hat geputscht, also werde ich ihn nicht unterstützen. Das ist eine logische Konsequenz.“

Eglhofer kritisch gegenüber künftigem Bürgermeister

Auch der ehemalige SPÖ-Gemeinderat und Klubchef Alfred Eglhofer äußert sich kritisch zum künftigen Bürgermeister Frauenberger. „Zum einem war er jahrelang Mitwirkender im System Fazekas-Kucharowits, zum anderem hat auch er ohne gültigen Gemeinderatsbeschluss Unterschriften geleistet und Gelder vergeben, was er übrigens auch schon zugegeben hat. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass es Gerhard Frauenberger immer wieder schafft, durch mehrfachen Verrat innerhalb der Fraktion die Karriereleiter hinauf zu steigen.“ Eglhofer betont, mit der SPÖ nichts mehr am Hut zu haben. „Ich bin seit Beginn dieses Jahres aus der Sozialdemokratischen Partei ausgetreten, um meinen Protest wegen der Vorkommnisse in dieser Fraktion aufzuzeigen.“

Vize will   nicht kommentieren

Vizebürgermeister Gerhard Frauenberger, der nach dem Rücktritt von Hannes Fazekas derzeit die Amtsgeschäfte führt und am 25. 11. zum neuen Bürgermeister gekürt wird, möchte auf Nachfrage der NÖN die Putsch-Vorwürfe der Familie Fazekas und ihrer Unterstützer im Internet nicht weiter kommentieren. Ebenso will es SPÖ-Stadtrat Wolfgang Ottahal damit belassen, um keine weiteren Emotionen hervorzurufen.

Frauenberger dazu: „Alles, was ich jetzt dazu sage, wäre falsch. Es gibt gekränkte Leute und es wäre nicht nett, ihnen öffentlich etwas auszurichten“, so der künftige Stadtchef. Er wolle jetzt „in die Zukunft schauen und das Beste geben!“, ergänzt er.

REAKTION
Betrifft: Interview mit Katharina Kucharowits, NÖN KW 46:
„Bemerkenswert: Neo-Abgeordnete Katharina Kucharowits kann im Interview mit der NÖN ihre Vergangenheit als Mitarbeiterin von Nationalratsabgeordneten a.D. Fazekas nicht verleugnen. Kucharowits´ Antwort „Ich habe in den Schwechater Gremien keine Funktionen mehr und bin daher nicht berechtigt, dazu etwas zu sagen“ ist ein Verleugnen ihrer Mitverantwortung, die sie mit ihrer Unterschrift unter juristisch massiv umstrittenen Verträgen zulasten der Schwechater Bevölkerung und des österreichischen Steuerzahlers eingegangen ist. Neues Gesicht, alter Stil. Leider.“
Michael Kohlmann, Bezirksgeschäftsführer Volkspartei Niederösterreich für Wien-Umgebung.

ABSCHIEDSREDE VON HANNES FAZEKAS
„Liebe Schwechaterinnen, liebe Schwechater! Ich möchte mich von Ihnen verabschieden und mich ganz besonders herzlich für die Unterstützung bedanken, die ich immer erfahren durfte und für das Engagement, das ich auch mit den Schwechater Bürgerinnen und Bürgern erkennen konnte – in vielen Bereichen.
Die Politik ist geprägt von Höhen und Tiefen und das Arbeiten ist geprägt von Einsatz, von Freude, von Engagement, von Leidenschaft aber auch von Leiden, das zum politischen Leben dazugehört. Für mich gehört aber auch dazu, dass ich stolz darauf bin, dass sich die Stadt so wunderbar entwickelt hat. Auch Sie haben Ihren Teil dazu beigetragen.
Ich wünsche Ihnen für die Zukunft alles erdenklich Gute und hoffe, dass wir uns doch das eine oder andere Mal wieder sehen. Ich werde privat wieder unterwegs sein in der Stadt – als Bürger dieser Stadt und freue mich schon auf die weitere Zukunft. Ein herzliches Dankeschön und es war mir wirklich eine ganz besondere Ehre für Sie gearbeitet zu haben.“