Schlepper „dieses Mal“ unschuldig

Erstellt am 06. August 2022 | 05:35
Lesezeit: 2 Min
Gericht
Foto: NOEN, Erwin Wodicka
Ein 29-Jähriger war in Moosbrunn verhaftet worden, weil er verdächtigt wurde, drei Inder nach Österreich geschleppt zu haben. Nachweisen konnte man ihm dies im konkreten Fall nicht.
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In Moosbrunn wurde ein 29-jähriger Afghane festgenommen, weil er im dringenden Verdacht stand, drei indische Staatsbürger nach Österreich geschleppt zu haben. Der Verdacht gründete sich auch auf eine Vorverurteilung des in Italien lebenden Mannes, wegen Schlepperei. In Italien verbüßte er dafür eine dreijährige Haftstrafe.

Einiges an den Umständen machte aber auch Richterin Lydia Rada am Landesgericht Korneuburg stutzig.

So war der Mann mit einem Fahrzeug mit französischem Kennzeichen unterwegs. Das sei das Fahrzeug seines Freundes, der sich nicht getraut hätte, allein nach Österreich zu fahren, und der, obwohl auch dieser in Italien lebt, eine französische Nummerntafel hätte. Er hatte am 24. April dieses Jahres nur den Auftrag gehabt, die drei Inder, die alle den in Schlepperkreisen bekannten Namen „Singh“ trugen, zu einem Hindu-Tempel in der Nähe von Meidling zu bringen.

Er habe dafür – außer 20 Euro Spritkosten – auch kein Geld bekommen. Er erzählte der Richterin auch, dass die Inder ihn gefragt hätten, wie sie am besten nach Italien kommen, und dass er auch wusste, dass es sich um Asylwerber handelte. Nachweisen konnte man ihm nur, dass er in den Gemeindegebieten von Baden, Himberg und eben Moosbrunn unterwegs war, womit er vom Vorwurf der Schlepperei freigesprochen wurde.

Er sei es „dieses Mal“ wirklich nicht gewesen, rutschte dem 29-Jährigen am Ende der Verhandlung raus. Es sei nur ein Zufall, dass er nicht verurteilt wurde, warnte ihn die Richterin.

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