Jury für Hallen-Verkauf. In kommender Gemeinderatssitzung wird nächster Schritt zur Veräußerung beschlossen. Opposition soll mit (vertraulichen) Info-Runden am Laufenden gehalten werden.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 21. September 2016 (05:11)
NOEN, Gerald Burggraf
Die Verkaufsbemühungen von Rot-Grün gehen in die nächste Runde. Alle waren gespannt auf die Angebote, die Ende September geöffnet werden.

Am 30. September ist es Gewissheit: Welche und vor allem wie viele Interessenten gibt es für das Multiversum. Denn an diesem Tag ist das Ende der Anmeldefrist und die offizielle Anbotseröffnung.

Vornehmen wird sie eine achtköpfige Jury aus Bürgermeisterin Karin Baier, Stadtrat Christian Habisohn (beide SP), Vizebürgermeisterin Brigitte Krenn und Stadtrat Simon Jahn (beide Grünen) sowie dem Rechtsanwalt Helmut Platzgummer, Geschäftsführerin Annette Neumayer-Weilner sowie Stadtamtsdirektor-Stellvertreter Martin Diatel und dem Leiter der Rechtsangelegenheiten im Rathaus, Alfred Happel.

„Wir wollen einmal Fakten sammeln und sehen, ob ein ernsthaftes Angebot dabei ist“, erläutert Stadtchefin Baier. Die Jury soll eine Art Vorgremium bilden. „Die Entscheidung fällt aber natürlich im Gemeinderat“, betonen Baier und ihre Stellvertreterin Brigitte Krenn.

Installation einer vertraulichen Informationsrunde

Der für die Bildung der Jury notwendige Beschluss soll im Rahmen der Gemeinderatssitzung am Donnerstag gefällt werden. Ebenfalls Teil dieses Tagesordnungspunktes 12 ist die Installation einer vertraulichen Informationsrunde, bei der alle politischen Gemeinderatsfraktionen einen Vertreter entsenden können. Auch der parteilose Mandatar Johann Ertl soll an diesen Runden, die im vierwöchigen Zyklus stattfinden werden, teilnehmen. Die rot-grüne Koalition will damit höchst mögliche Transparenz garantieren.

Wirklich überzeugt sind die Oppositionsparteien davon aber nicht. „Sofern in diesem Inforunden umfassend informiert wird, wäre das für in Ordnung. Allerdings wäre ich schon gerne in der Jury gesessen beziehungsweise hätte es bevorzugt, wenn jede Fraktion dabei gewesen wäre“, betont FP-Stadträtin und Parteiobfrau Andrea Kaiser. Sie sei zudem überzeugt, dass sie mit ihrem fundierten Wissen zum Multiversum etwas beitragen hätte können.

NEOS und Johann Ertl  skeptisch

Das Angebot an Informationen nimmt VP-Stadtparteichef und Gemeinderat Alexander Edelhauser gerne an. „Bisher haben wir ja keinerlei Infos erhalten, auch nicht im Multiversum-Ausschuss“, kritisiert er. Allerdings gibt er sich ob eines möglichen Verkaufs skeptisch. „Bisher hatten wir Angebote von sieben bis acht Millionen Euro, ein Schätzpreis geht von 15 Millionen Euro aus. Für das Geld würde ich es nicht verkaufen“, unterstreicht Edelhauser.

Die NEOS und Ex-FP-Mann Johann Ertl sind bezüglich der in Aussicht gestellten Informationen ebenfalls skeptisch. Bisher habe es jedenfalls keinerlei gegeben. „Ich schau mir das einmal an, aber der Beirat ist mit Vorsicht zu genießen“, so NEOS-Mandatar Michael Sicha. Ertl hält von dem Arbeitskreis auch nichts, er wünscht sich jedoch eine positivere Bewerbung der Halle seitens der Gemeinde.