Polizei-Eskorte für 4 Kilo Heroin bis nach Schwechat. Österreichs Polizei brachte Schmuggler mit versteckten Drogen nach Schwechat.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 29. Oktober 2020 (03:45)
Symbolbild
Symbolfoto: Schindler

Per Europäischem Haftbefehl fahndete die Staatsanwaltschaft Korneuburg nach einem Spanier, der des Drogenhandels verdächtigt wurde. Auf die Spur des ansonsten unbescholtenen 44-Jährigen waren die Behörden durch die Verhaftung einer ebenfalls spanischen Komplizin Mitte Februar am Schwechater Flughafen gekommen. Die 40-Jährige wurde mit annähernd 5,5 Kilo Heroin in einem Rucksack von Zollbeamten aufgegriffen.

Der Drogenkurier konnte schließlich von den französischen Behörden am Pariser Flughafen festgenommen werden. Die österreichischen Behörden wurden informiert und eskortierten Maurizio G. via Frankfurt nach Schwechat. Erst am Zielort stellte man fest, dass der Mann knapp vier Kilo Heroin in einem präparierten Rucksack mit sich führte. Somit hatten die Beamten ihm unwissentlich mit den Drogen über zwei Grenzen geholfen.

Dieser Umstand sorgte in der Verhandlung des Schöffensenats unter dem Vorsitz von Richterin Xenia Krapfenbauer für Kopfschütteln. Für Staatsanwalt Ronald Schaffer blieb es ein irritierend kurioser Fakt und die Frage, warum die französischen Beamten das Gepäck des Verdächtigen nicht durchsucht hatten. Das spanische Schmuggler-Duo war über Valencia, organisiert durch Kontakte der 40-Jährigen, ins afrikanische Malawi geflogen, um dort die Drogen, bereits fertig in den Rucksäcken verpackt, in Empfang zu nehmen.

Das eigentliche Ziel der Drogen war Italien, das aber weder die Frau, die inzwischen zu dreieinhalb Jahren Freiheitsstrafe verurteilt wurde, noch der Spanier erreichten. Dort hätten sie jeweils 6.000 Euro für das Schmuggeln bekommen sollen.

Verteidigerin Larissa Kaminski führte eine bipolare Störung ihres Mandanten ins Treffen, wodurch er leicht zu beeinflussen sei. Durch ihr anwaltliches Einwirken und der sprachlichen Unterstützung der Dolmetscherin Gabrielle Diewald zeigte sich der 44-Jährige „außerordentlich kooperativ“, wie Richterin Krapfenbauer in ihrer Urteilsbegründung festhielt.

Das bewahrte ihn aber nicht vor einer unbedingten Freiheitsstrafe von viereinhalb Jahren. Knapp acht Monate dieser Strafe hat er bereits in der Haft verbüßt.