Leopoldsdorf: Bürgerliste ließ Sitzung platzen. Die Planungskosten hätten beschlossen werden sollen. Die Bürgerliste wollte ein „Drüberfahren“ verhindern.

Von Nicole Frisch. Erstellt am 20. September 2020 (04:45)
Die Bürgerliste kritisiert die fehlende Überarbeitung des Plans sowie der Kostenschätzung für den Neubau der Sportanlage.
: Gemeinde Leopoldsdorf

Im Zuge eines Architektenwettbewerbs wurde entschieden, dass Herbert Rauhofer die neue Sportanlage plant. Dafür hätten die Planungskosten in Höhe von 550.000 Euro in der letzten Gemeinderatssitzung beschlossen werden sollen. Die Bürgerliste befürchtete allerdings ein „Drüberfahren der Gemeindeführung“ und zog daher aus dem Gemeinderat aus. Der Gemeinderat war nicht mehr beschlussfähig. Die Fortsetzung ist für 24. September geplant.

Seit dem Wettbewerb wurden weder Plan noch Kostenschätzung überarbeitet, kritisiert Bürgerlisten-Chef Helmut Syrch. „In der letzten Jurysitzung wurde vereinbart, dass der Architekt die Pläne anpasst und die Kosten deutlich reduziert“, hält er fest. Nach aktuellem Stand sei die Sportanlage zu teuer.

Sowohl ÖVP als auch SPÖ weisen darauf hin, dass der Beschluss der Planungskosten notwendig sei, damit der Architekt den Plan nun adaptieren und Kosten reduzieren könne.  „Der Architekt will auch Sicherheit“, hält VP-Bürgermeister Fritz Blasnek fest. Bei den 550.000 Euro handle es sich um die Gesamtsumme, die Auszahlung an Rauhofer erfolge Schritt für Schritt.

Blasnek sieht im Verhalten der Bürgerliste ein „politisches Spielchen“. „Die Sportanlage ist ihr ein Dorn im Auge, weil sie politisch nicht punkten können“, glaubt er. In der Sitzung hat der Ortschef die Bürgerliste gefragt, ob sie noch hinter dem Projekt steht. Beim Grundsatzbeschluss 2018 stimmten sie mit. „Der Auszug war die einzige Reaktion“, hält Blasnek fest.

Gegenüber der NÖN kontert Syrch jedoch: „Wir sind als Bürgerliste für eine neue Sport- und Freizeitanlage, die sich Leopoldsdorf auch leisten kann und die für alle Vereine nutzbar ist.“ Er vermutet ein „Prestigeprojekt des Bürgermeisters“ hinter der Sportanlage, für die die Finanzierung nicht gesichert sei.

Die Fläche des aktuellen Sportplatzes soll in Zukunft für Wohnbau verwendet werden. Durch dessen Verkauf soll die neue Anlage finanziert werden. „Der Verkauf ist noch nicht unter Dach und Fach“, gibt Blasnek zu. Sollte dieser nicht stattfinden, werde der Neubau nicht umgesetzt.

Das Gleiche gilt für den Fall, dass die Kosten letztendlich zu hoch sind. „Wenn es nicht finanzierbar ist, muss man sich etwas überlegen“, so SP-Vizebürgermeister Thomas Giselbrecht. Die Bürgerliste will nun die Bevölkerung miteinbeziehen. „Wir starten eine Unterschriftenaktion für eine Volksbefragung, um die Bevölkerung mitsprechen zu lassen“, so Syrch. Blasnek hält dies für „Polemik“. „Wenn man fragt, wollt ihr sieben Millionen ausgeben, will das natürlich niemand“, hält er fest.