Engpässe bei Kerosin am Flughafen Schwechat nach Raffinerie-Unfall

Erstellt am 09. Juni 2022 | 21:51
Lesezeit: 3 Min
Flughafen Wien
Foto: zVg Flughafen Wien AG
Der Unfall in der OMV-Raffinerie Schwechat hat nun auch Auswirkungen auf die Kerosinversorgung am Flughafen Wien.
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Aufgrund der Beschädigung der Hauptdestillationsanlage gebe es nun Engpässe bei Kerosin und darüber sei der Flughafen Wien informiert worden, sagte Unternehmenssprecher Peter Kleemann auf Anfrage der Nachrichtenagentur Reuters am Donnerstagabend. Zuvor hatte das Luftfahrtmagazin "Austrian Wings" sowie auch die "Kronen Zeitung" über den Spritmangel berichtet.

Auswirkungen auf den Flugbetrieb gebe es dadurch aber nicht, sagte Kleemann. Seitens der OMV hieß es am Donnerstagabend auf Anfrage der APA, momentan werde der Schaden an der Raffinerie beurteilt und auch die Frage, wie lange die Reparatur dauert. In der Zwischenzeit produziere die Raffinerie nicht, so ein Sprecher. Man habe den Flughafen über die Engpässe informiert.

Der Flughafen wiederum habe die Fluglinien darüber in Kenntnis gesetzt und gebeten, dass - wenn es ihnen möglich ist, je nach Flugroute - anderswertig zu tanken, "um mit Reserven sparsam umzugehen", sagte der OMV-Sprecher. Es handle sich dabei um eine "Vorsorgemaßnahme". Der Mineralölkonzern sei gerade dabei, ein alternatives, neues Versorgungssystem hochzufahren, sodass die Versorgung weitgehend störungsfrei erfolgen kann.

"Aufgrund eines mechanischen Zwischenfalls in der OMV-Raffinerie ist die Versorgung von Jet A-1 derzeit nur begrenzt möglich. Um die Auswirkungen auf den Flugbetrieb zu minimieren, werden alle Flugzeugbetreiber gebeten, das Auftanken zu vermeiden, wann immer dies operativ umsetzbar ist", berichtete das Magazin "Austrian Wings" unter Berufung auf eine Nachricht der Flugsicherung via NOTAM, einem internen Kommunikationssystem für Piloten. Wenn sich das Nachtanken aus operativen Gründen nicht vermeiden lasse, sollte bei der Ankunft möglichst viel Kraftstoff an Bord der Maschine sein. Außerdem sollten Tankstopps nach Möglichkeit vermieden werden, wird laut dem Magazin in der NOTAM-Meldung angeraten.

In der OMV-Raffinerie war es in der vergangenen Woche zu einem Zwischenfall in der Raffinerie gekommen. Dabei wurde die Hauptdestillationsanlage, die gerade gewartet wurde, beschädigt. Derzeit prüft die OMV die Hintergründe. Wann die Anlage wieder in Betrieb gehen kann, ist unklar.

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