Pfarren aus der Region helfen und bieten Livestreams an. Gläubige sollen Osterfest zu Hause selbst gestalten. Pfarren geben Hilfestellung oder bieten sogar Livestreams im Internet an.

Von Susanne Müller, Gerald Burggraf und Philipp Grabner. Erstellt am 08. April 2020 (05:46)
Schon seit Wochen überträgt Pfarrer Wolfgang Berger mithilfe von Pastoralassistent Michael Schmirl die Messen via Internet. Um sich in der Kirche zum Hl. Vitus in Puchberg nicht so alleine zu fühlen, hat er Bilder der Gläubigen gesammelt und an den Bänken angebracht. Auch in vielen Gemeinden Italiens wird dies so gehandhabt.
Pfarre

Es ist das höchste Fest der Christen: Das Osterfest. Katholische und evangelische Kirche begehen die Auferstehung Jesu von den Toten. Im Normalfall sind die Pfarrkirchen bei den Messen zwischen Palmsonntag und Ostersonntag gut gefüllt, heuer werden sie aber (fast) leer bleiben.

Vor dem Hintergrund der geltenden Verordnungen durch die Bundesregierung dürfen sich bei den Osterfeierlichkeiten maximal fünf Personen gleichzeitig im Gotteshaus befinden. Im Fall der Pfarre Schwechat sind das neben Pfarrer Werner Pirkner ein Lektor, ein Musiker, ein Ministrant sowie eine Person, die die technische Seite über hat.

„Jeder, der getauft ist, ist ermächtigt, eine Feier zu gestalten.“ Ingrid Mohr, Pastoralassistentin im Dekanat Schwechat

Letztere wird dafür sorgen, dass die Messfeiern per Livestream über Facebook und die Pfarr-Homepage von überall zu sehen sind. „Liveübertragungen wird es aus den Kirchen in Schwechat, Mannswörth und Rannersdorf geben“, erzählt Pirkner im NÖN-Gespräch. Es werde auch die Möglichkeit geben, interaktiv über Facebook-Postings an den Feierlichkeiten teilzunehmen.

Generell hält man in der katholischen Kirche die Gläubigen im Hinblick auf Ostern die Möglichkeit der „Hauskirche“ hoch. „Jeder der getauft ist, ist ermächtigt, eine Feier zu gestalten“, erklärt Ingrid Mohr, Pastoralassistentin im Dekanat Schwechat. So steht es jedem zu, etwa seine Speisen selbst zu segnen. Anleitungen und Hilfestellungen sind auf den Internetseiten der Erzdiözese Wien www.netzwerk-gottesdienst.at sowie www.liturgie.wien zu finden. Gleichzeitig verweisen Pirkner und Mohr auch auf die Gottesdienst-Liveübertragungen im ORF, die die Möglichkeit bieten mitzufeiern.

Bereits seit Wochen ist der Videostream von Messen in Puchberg am Schneeberg (Bezirk Neunkirchen) hoch im Kurs. Auf 220 Geräten wurde beispielsweise die Messe am Palmsonntag verfolgt, das Video selbst später noch hunderte Male aufgerufen. Pfarrer Wolfgang Berger, der bei der Übertragung von Pastoralassistent Michael Schmirl unterstützt wird, sammelt via Facebook auch Lieder für die Umrahmung. Und auch Neunkirchens Stadtpfarrer Bernard Springer nutzt die Möglichkeit, online mit den Gläubigen in Verbindung zu treten – mit einer „Youtube“-Predigt.

In den Pfarren, die keine Livestreams anbieten, wird die Osterliturgie auf zwei Arten gelöst. Entweder feiert der Pfarrer mit maximal fünf Personen die Gottesdienste in der Kirche oder die Priester begehen Ostern ebenfalls für sich alleine in der „Hauskirche“. Letzteres ist etwa in Schwadorf (Bezirk Bruck) der Fall. Pfarrer Richard Kager regt dennoch an, gemeinsam zu beten – unterstützt durch die Livestreams aus der Region oder den ORF. „Durch das zwar getrennte, aber gemeinsame Beten wird die Kraft des Gebetes verstärkt. Wir sind dadurch nicht allein, sondern wissen uns getragen durch die Gemeinschaft im Gebet“, hält er fest.

Auch in der evangelischen Pfarre Bruck-Hainburg setzt man in Zeiten wie diesen auf moderne Technik. Hier sind die Pfarrmitglieder alle aufgerufen, Beiträge zu Live-Andachten an Pfarrer Jan Magyar zu senden. „Einer macht die Predigt, einer die Fürbitten“, zählt Magyar Beispiele auf. Er schneidet daraus ein Video, das dann auf der Homepage und der Facebook-Seite der Pfarrgemeinde veröffentlicht wird. So werde das schon seit Inkrafttreten der Einschränkungen gehandhabt. Und auch zu Ostern werde man auf diese Weise gemeinsam feiern. „Unsere älteren Mitglieder, die kein Internet haben, ermutigen wir, Gottesdienste via Fernsehen und Radio mitzufeiern“, erzählt Magyar.

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