Fischamends SPÖ bricht auseinander. Parteichef und Gemeinderat Bernd Konecny aus SPÖ ausgetreten. Nachfolge derzeit noch offen.

Von Stefanie Cajka. Erstellt am 13. Januar 2021 (05:55)
Bernd Konecny ist nicht länger Vorsitzender der Fischamender Stadtpartei.
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„Mayday, Mayday“ funken Piloten weltweit, wenn ihr Flugzeug in Not ist. Den gleichen Funkspruch könnte die Fischamender SPÖ derzeit absetzen. In der Nachbargemeinde des Flughafens rumort es gewaltig. Wie die NÖN erfuhr, ist Parteichef Bernd Konecny kein SPÖ-Mitglied mehr. Nach mehrfachen Kontaktversuchen erreichte die NÖN Konecny am Montag, sein Statement: „Das war eine private Entscheidung.“ Im nächsten Moment hatte er schon wieder aufgelegt.

Rainer Windholz bestätigte, dass Konecny und die SPÖ zukünftig getrennte Wege gehen.
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Tatsächlich hat die Bezirks-SPÖ um Vorsitzenden Rainer Windholz die Leitung in Fischamend übernommen. Auf NÖN-Anfrage bestätigt der Bezirkschef, dass Konecny und die SPÖ in Zukunft „getrennte Wege gehen“. Als Grund dafür gibt Windholz „Auffassungsunterschiede betreffend der Ausrichtung politischer Arbeit“ an. „Bernd Konecny gehört nicht mehr der Sozialdemokratischen Partei an“, hält Windholz fest. Konecny habe seine Parteimitgliedschaft zurückgelegt.

Besonders bitter für die SPÖ ist, dass Konency sein Gemeinderatsmandat behalten wird. Trotz Aufforderung vonseiten der Bezirkspartei, den der SPÖ zustehenden Sitz freizugeben und so einem „Neustart der SPÖ Fischamend und einer positiven Entwicklung nicht im Wege zu stehen“, wird Konecny künftig als „wilder“ und damit parteifreier Mandatar im Gemeinderat Platz nehmen. Bürgermeister Thomas Ram (Liste RAM) bestätigt, dass die Gemeinde per E-Mail informiert wurde, dass Konecny sein Mandat behalten werde. Damit hält die einst absolut regierende SPÖ nur noch einen Gemeinderatssitz, den hat Zoran Stojanovic inne. Dieser gibt im NÖN-Gespräch an, nichts zu den aktuellen Entwicklungen sagen zu können.

Auch abseits der Tagespolitik im Gemeinderat wiegt das neuerliche Zerwürfnis in der Fischamender Stadt-SPÖ schwer. Denn nach dem überraschenden Rücktritt von Andrea Kerb im Frühjahr führte Konecny interimistisch die Partei. Nun steht die SPÖ ohne Vorsitzenden da.

Wer in Zukunft dieses Amt übernehmen soll, sei laut Bezirksparteichef Windholz eine Entscheidung der Mitglieder der SPÖ Fischamend. „An Vorschlägen wird gearbeitet“, gibt er bekannt. Organisatorisch führt nun vorerst die Bezirks-SPÖ ihre Ortsgruppe in der Fischastadt. Windholz dazu: „In organisatorischen Fragen und Angelegenheiten muss das so sein – so lange, bis eine neue Mannschaft steht, Verantwortlichkeiten definiert und Funktionen ordnungsgemäß gewählt sind.“ Jedenfalls solle sobald wie möglich eine Jahreshauptversammlung und somit die Wahl eines neuen Vorsitzenden abgehalten werden – wann genau, ist coronabedingt noch unklar.