Bagger im Schwechat-Fluss. Ein rund 500 Meter langer Abschnitt wird umgestaltet, um Fischen mehr Lebensraum zu bieten. EU fördert Maßnahme.

Von Gerald Burggraf und Sophie Müller. Erstellt am 23. September 2020 (03:52)
Christoph Litschauer vom Nationalpark, Umweltstadtrat Peter Pinka (Grüne), SP-Bürgermeisterin Karin Baier, Nationalpark-Direktorin Edith Klauser, Karl Gravogl vom Landesfischereiverband sowie Christoph Lanxinger und Tina Handler von Leyrer + Graf auf der Flussbaustelle.
Stadt Schwechat

Der Spagat zwischen einem naturnahen und hochwassersicheren Fluss ist ein schwieriger. Vor allem im Stadtgebiet steht der Überschwemmungsschutz natürlich im Vordergrund. Das ist auch bei der Schwechat nicht anders.

So wurde der Fluss durch die Braustadt in den 1990er-Jahren reguliert und damit hochwassersicher gestaltet. Dadurch fallen die Uferbereiche jedoch „hart reguliert“ aus, wie es unter Experten heißt. Über das EU-finanzierte Projekt „Interreg-Alpen Karpaten Fluss Korridor“ werden nun Maßnahmen gesetzt, die einen Teilbereich der Schwechat wieder naturnaher werden lassen sollen. Der Hochwasserschutz soll dadurch aber in keiner Weise gefährdet werden.

Intakte Naturräume dienen für uns als Naherholungsraum, lokaler Klimaregulator sowie Rückzugsort für heimische Tiere und Pflanzen.“ Bürgermeisterin Karin Baier

Die Leitung des Projekts hat der Nationalpark Donauauen inne. „Um die Verbindungen zwischen wertvollen Lebensräumen und deren vielfältigen Artengemeinschaften zu erhalten, setzen wir im Rahmen des Interreg Alpen Karpaten Fluss Korridor Projektes lokale Maßnahmen zur ökologischen Verbesserung an der Schwechat und weiteren Gewässern“, sagt Nationalparkdirektorin Edith Klauser.

Konkret werden die Maßnahmen auf dem rund 500 Meter langen Abschnitt zwischen der Mannswörther Straße (Tyrolia) und der Ostautobahn gesetzt. Ziel ist es, Fischen mehr Lebensraum zu schaffen. Denn deren Wanderbewegungen von der Donau flussaufwärts in die Schwechat sind gut dokumentiert. Das Vorhaben ist als Pilotprojekt gestaltet, durch das Erfahrungen gesammelt werden.

Die naturnähere Flussgestaltung soll über zwei konkrete Schritte erfolgen: Einerseits das Einarbeiten von Totholz zur Strukturierung des Gewässers und andererseits durch bauliche Maßnahmen im Uferbereich. Ausgeführt wird das Vorhaben vom Projektträger Schwechat Wasserverband in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro ezb (eberstaller zauner büros) sowie der Leyrer + Graf Baugesellschaft und unterstützt durch den NÖ Landesfischereiverband.

Bei den baulichen Maßnahmen werden sogenannten Buhnen geschaffen. Das sind ins Wasser ragende Steingebilde, die wechselseitig errichtet werden. Dadurch entsteht im Wasserfluss eine Pendelbewegung, über die es zur Ausbildung von Flach- und Tiefstellen kommt. Zudem werden für die Fische Bereiche zum Verstecken geschaffen.

In der Stadtgemeinde begrüßt man das Projekt, betont SP-Bürgermeisterin Karin Baier: „Intakte Naturräume dienen für uns als Naherholungsraum, lokaler Klimaregulator sowie Rückzugsort für heimische Tiere und Pflanzen.“ Sie sei überzeugt, dass die Schwechat durch die Maßnahmen „an Attraktivität für die Bevölkerung gleichermaßen gewinnt wie an Wert für die Natur.“

Die Bauarbeiten sollen bis Mitte Oktober abgeschlossen sein.