Betrügerbande in Schwechat festgenommen. Schwechater Beamte ermittelten monatelang gegen sieben Verdächtige.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 16. April 2021 (03:23)
Symbolbild
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Der Anstieg der Cybercrime-Fälle ist zwar ein österreichweites Phänomen, doch auch in Schwechat nimmt die Zahl der Anzeigen zu (siehe Artikel rechts). Allerdings konnten die Kriminalbeamten des Schwechater Stadtpolizeikommandos (SPK) die Aufklärungsquote deutlich steigern.

Das zeigte sich auch beim Ermittlungserfolg gegen eine von Nigeria aus operierende Betrügerbande. Beim SPK geht man von weltweit zumindest 60 Mitgliedern aus, in Wien konnten nun sieben von ihnen festgenommen werden. Die international tätige Bande soll Firmen und Privatpersonen um rund eine Million Euro gebracht haben. Auf heimischen Konten sowie bei Hausdurchsuchungen wurden von der Schwechater Kriminalpolizei knapp 135.000 Euro sichergestellt.

Firmen sollen vor allem durch Phishing (Datendiebstahl per fingierter E-Mails oder Webseiten) sowie Rechnungsbetrug unter Verwendung der unternehmensinternen Daten um hohe Beträge gebracht worden sein. Bei Privatpersonen dürfte man eher den Weg des sogenannten „love scamming“, dem Vortäuschen einer Liebesbekundung, gegangen sein. Hier wurden die Betroffenen dazu verleitet große Beträge zu überweisen.

Das Geld soll anschließend über österreichische Konten vorzugsweise bar abgehoben oder bei zu hohen Beträgen auch direkt weiterüberwiesen worden sein. Die Ermittlungen legen zudem nahe, dass der Großteil des Geldes an die Führung der Betrugsorganisation in Afrika gegangen ist – allerdings erst nach Abzug einer „Provision“ für die in Österreich tätigen Mitglieder.