Himberg: Medizin-Uni baut Forschungszentrum. Das Himberger Labor der Uni Wien für Versuchstiere soll zum weltweit führenden Forschungszentrum umgebaut werden.

Von Otto Havelka. Erstellt am 27. Juni 2020 (05:13)
SP-Vizebürgermeister Richard Payer, Bürgermeister Ernst Wendl und Roberto Plasenzotti, Leiter der Tierhaltung im Universitätslabor Himberg, mit dem Bauplan für das neue Forschungszentrum.
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Die „Abteilung Labortierkunde & Genetik“ in Himberg ist die zentrale Zuchtanstalt für Versuchstiere der Medizinischen Universität Wien. Hier werden für Forschungszwecke etwa 10.000 Tiere gehalten. Dies sind zum größten Teil Nagetiere wie Mäuse und Ratten, aber auch Großtiere wie Schweine und Schafe.

Letztere werden vor allem für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Therapien und moderner Implantationstechnik herangezogen. Diese werden entsprechend dem jeweiligen Forschungsauftrag zum Teil auch mit genetischen Veränderungen gezüchtet. Darüber hinaus werden in geringer Anzahl Gänse, Schafe und Schweine für wissenschaftliche Zwecke gehalten.

Nun beabsichtigt die Medizinische Universität Wien, die Hauptteile dieser Anlage nach moderneren Standards zu errichten und mit anderen österreichischen Universitäten und Forschungseinrichtungen zu nutzen. Mehr als 30 Millionen Euro sollen in den Neubau investiert werden.

Das Ergebnis soll laut Bruno Podesser, Leiter des Instituts für Biomedizinische Forschungen der Medizinischen Universität Wien ein Forschungszentrum sein, mit dem „weltweit nur eine Handvoll“ Einrichtungen mithalten können. Mit den Abbruch- und Rodungsarbeiten haben die Bauarbeiten begonnen. Die Fertigstellung des Projektes soll Ende 2021 erfolgen.

SP-Bürgermeister Ernst Wendl freut sich über das Projekt der MedUni Wien: „Durch diesen Neubau ist der Standort der Medizinischen Universität für die Zukunft abgesichert. Weiters entstehen damit neue Arbeitsplätze.“

Derzeit sind im Himberger Labor etwa 20 Personen beschäftigt, nach dem Neubau werden es 40 bis 50 Personen sein. In der Forschungseinrichtung wird auch an der Herstellung eines Corona-Impfstoffes getüftelt (die NÖN berichtete).