„Ich bin halt etwas zu temperamentvoll“. 48-Jährige spricht von heißblütigem Naturell, der Ex-Partner hingegen von Ängsten: „Ich befürchte, sie bringt mich im Schlaf um!“

Von Jutta Hahslinger. Erstellt am 04. November 2016 (04:19)
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Richter Dietmar Nußbaumer mahnte: „Nächstes Mal geht es nicht so glimpflich aus!“
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„Wir haben doch nur gestritten. Ich bin etwas laut geworden, habe Türen geknallt und geschrien. Ich bin halt etwas zu temperamentvoll“, schildert eine 48-Jährige vor Gericht. Es sei doch einfach nur eine Streitsituation gewesen, die in jedem normalen Beziehungsalltag vorkomme, beteuert sie.

„Sie legten so ein aggressives Verhalten an den Tag, dass Ihr Lebensgefährte die Polizei alarmierte. Dass ein Mann das tut, passiert nicht so häufig. Sie drohten ihm mit dem Umbringen und bewarfen ihn mit Gegenständen. Das ist für Sie ein normaler Beziehungsalltag?“, hakt Richter Dietmar Nußbaumer nach.

"Sie kann unberechenbar sein"

Die Beschuldigte versucht, alles mit ihrem Temperament zu erklären. Sie beteuert, einen Wutausbruch gehabt zu haben, und will von einem Alkoholproblem nichts wissen. Der bedrohte Gefährte (47) erklärt hingegen: „Ich liebe sie. Sie hat damals ein bisschen zu viel getrunken. Ohne Alkohol ist sie eine gute Frau. Wir wohnen jetzt getrennt. Es wird sich zeigen, ob es eine gemeinsame Zukunft gibt.“ Nach hartnäckigen Fragen des Richters offenbart der 47-Jährige seine Ängste: „Sie kann unberechenbar sein und ich befürchte, dass sie mich während des Schlafes umbringt.“

Die Beschuldigte zeigt sich daraufhin betroffen: „Ich trinke seit dem Vorfall keinen Tropfen mehr. Ich liebe ihn und hoffe, dass er mir verzeiht und wir wieder zusammenkommen.“

Die 48-Jährige wird wegen gefährlicher Drohung zu zwei Monaten auf Bewährung verurteilt. Nicht rechtskräftig.