Kabarett: Kaffee mit Sozialkritik. Sandro Swoboda und Thomas Franz-Riegler servierten eine kurzweilige Szenen-Collage als Nestroy-Frühstück.

Von Otto Havelka. Erstellt am 04. August 2018 (04:35)
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Arrogant im Mezzanin: Sabrina Hummer, Sandro Swoboda, Sabine Axmann und Christian Leutgeb.
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Ein Cappuccino zum Frühstück, ein Glas Sekt oder einfach nur ein Buttersemmerl: Schon eineinhalb Stunden bevor die kabarettistische Melange „Im Souterrain und Mezzanin“ im Garten des Schlosses Rothmühle serviert wurde, durften sich die Zuschauer ein Frühstück nach ihrem Geschmack gönnen.

Den sozialkritischen Beigeschmack lieferte dann das Ensemble um Sandro Swoboda und Thomas Franz-Riegler mit der kabarettistischen Melange „Im Souterrain und Mezzanin“.

Die Bewohner des diesjährigen Nestroy-Frühstücks in der Rothmühle teilten sich eine Bühnenwohnung. Die Mezzanin-Hälfte blickte nicht ganz arroganzbefreit auf die SouterrainHälfte hinab, wohingegen die Souterrain-Hälfte ihren Neid hinter Stolz verbarg. Zwei Wohngemeinschaften, die durch die imaginäre Wand des Geldes getrennt sind.

"Willkommen im Neandertal" zum Mitklatschen

„Man sieht selten das, was man sich täglich anschaut“, proklamierte Sascha Nikodym zur Eröffnung des Frühstück-Spektakels.

In Anlehnung an Nestroys „Zu ebener Erde und im ersten Stock“ wurde in einer kurzweiligen, nicht immer schlüssigen Szenenabfolge über Doku-Soaps, Versicherungswesen und Kulturpolitik hergezogen. Thomas Franz-Riegler wurde zwischendurch mit kritischen G‘stanzln in Nestroy-Manier vorstellig.

Als Draufgabe gab’s den Song „Willkommen im Neandertal“ zum Mitklatschen. Er war einem FP-Gemeinderat mit den Initialen W. Z. gewidmet, der „so gerne Knüppel aus dem Sack spielt“, erklärte der Leiter des Nestroy-Frühstücks, Sandro Swoboda.