Polizei-Ärztin folgt auf Franz Hoheneder. Rannersdorfs Mediziner-Urgestein geht mit 30. Juni in Pension. Und er hat seine Wunsch-Erbin gefunden: Sonja Höflich.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 29. Juni 2020 (05:10)
Sonja Höflich (m.) übernimmt mit 1. Juli die Ordination von Franz Hohen-eder (2.v.l.). Im Bild mit Vizestadtchef Christian Habisohn, Bürgermeisterin Karin Baier und Stadtrat Anton Imre.
Stadtgemeinde

„Eigentlich bin ich schon zweieinhalb Jahre drüber“, schmunzelt Franz Hoheneder. Der 68-Jährige könnte bereits seit Anfang 2018 in Pension sein, mit 30. Juni ist es aber tatsächlich soweit. „Es hat mir Spaß gemacht und ich hatte einfach keinen Erfolg bei der Suche nach einem Nachfolger“, erklärt Hoheneder seine „Überziehungszeit“. Letztlich war er insgesamt 35 Jahre lang in Rannersdorf aktiv.

Während er mittlerweile auch sein Alter zu spüren bekommt, hat sich vor allem die leidige Erbensuche unverhofft in Luft aufgelöst. Und manchmal ist die Lösung sprichwörtlich näher als man denkt: Denn Sonja Höflich beerbte Hoheneder schon vor zweieinhalb Jahren in einer Funktion in Schwechat. Und zwar als das Mediziner-Urgestein seine Position als Amtsarzt bei der Stadt-Polizei aufgab.

"Was ich so aus Polizeikreisen gehört habe, war genau das, was ich gesucht habe.“ Franz Hoheneder

Schon damals bot Hoheneder der Wiener Medizinerin seine Praxis an, damals lehnte sie ab. „Krankheitsbedingt war zuvor eine Ordination in Ottakring freigeworden, es brauchte eine schnelle Entscheidung“, erinnert sich Höflich im Gespräch mit der NÖN. Die Wiener Kassenpraxis betreute sie bis zuletzt. In der Bundeshauptstadt fühlte sie sich aber mehr als Zettelverteilerin, in Rannersdorf entspricht das engere Arzt-Patientenverhältnis eher ihren Vorstellungen.

Im Dezember des Vorjahres kam Höflich daher auf Hoheneder zu und fragte ihn, ob sein Angebot noch stehe. Und das tat es. „Was ich so aus Polizeikreisen gehört habe, war genau das, was ich gesucht habe. Bei der Übernahme der Ordination waren wir uns schnell einig“, erzählt Hoheneder.

Zudem haben beide jede Unterstützung von Bürgermeisterin Karin Baier (SPÖ) erhalten. „Uns ist hier gemeinsam mit den verantwortlichen Stellen etwas Tolles gelungen. Es gab ja die Befürchtungen, dass wir aktuell keine neuen Kassenverträge für Schwechat bekommen. Nun ist die Weiterführung gesichert“, untermauert die Stadtchefin.

Allen Seiten war es wichtig, dass die Hausarzt-Stelle samt Kassenvertrag erhalten bleibt. „Nun kann ich meine Patienten in gute Hände weitergeben“, streut Hoheneder seiner Nachfolgerin Rosen. Die Allgemeinmedizinerin ist sich der großen Fußstapfen bewusst. „Mir ist klar, dass die Latte hoch liegt. Aber ich gehe mit einem sehr positiven Gefühl an die Sache“, betont Höflich.