Sommer-Theater: Oliver Baier spielt Nestroy. ORF-Moderator Oliver Baier wird in Rannersdorf auf der Bühne stehen.

Von Gerald Burggraf. Erstellt am 08. April 2021 (03:23)
Oliver Baier wird, sofern die Nestroy- Spiele stattfinden, heuer im Schloss Rothmühle spielen – hier bei seinem Vorjahres-Engagement bei der Bühne Baden.
Christian Husar

Noch schwebt das Damoklesschwert einer Absage über den 49. Schwechater Nestroy-Spielen. Ob man tatsächlich am 26. Juni Premiere mit dem unbekannten Nestroy-Werk „Charivari“ im Schloss Rothmühle feiern wird, ist Corona-bedingt ungewiss (die NÖN berichtete). Dennoch laufen im Hintergrund die Vorbereitungen weitgehend unbeirrt weiter. „Wir wollen nach 2020 nicht ein zweites Mal absagen“, unterstreicht Intendant und Regisseur Peter Gruber.

Natürlich birgt die aktuelle Situation, allen voran das Verbot von Proben für Laiendarsteller, große Herausforderungen. Da diese Einschränkung für Profis nicht gilt, geht Grube heuer bewusst einen anderen Weg. Er verpflichtet für die Hauptrollen mit Oliver Baier und Rainer Doppler zwei professionelle Schauspieler. Vor allem Ersterer ist dank seiner Fernsehpräsenz, etwa als Moderator der ORF-Kabarettshow „Was gibt es Neues?“ ein überaus bekanntes Gesicht. „Ich habe schon öfters mit Oliver Baier gearbeitet. Ich schätze ihn als Schauspieler sehr“, erklärt der Intendant. Zudem passe die Rolle des „Fink“ zu ihm. Baier wird damit jenen gescheiterten, mittellosen und perspektivlosen Mann aus der revoltierenden 1848er-Generation spielen, der sich auf eine Art Privatrachefeldzug gegen einen skrupellosen Repräsentanten des selbstgerechten, neureichen Großbürgertums begibt – ihn wird Doppler verkörpern.

Geprobt wurde allerdings bisher noch nicht. Das ausgewählt Stück „Charivari“ bietet sich allerdings insoweit an, dass die meisten Szenen mit zwei bis drei Personen gespielt werden können – dadurch wäre der Probebetrieb mit den Profis gewährleistet. „Im April werden wir im engsten Kreis von maximal zehn Personen einmal zusammenkommen müssen“, hält Gruber fest.

Trotz aller Unsicherheit, ob die Nestroy-Spiele tatsächlich über die Bühne gehen können, müsse darauf hingearbeitet werden. „Jetzt muss die Entscheidung getroffen werden, sonst kann man gleich absagen. Wir hoffen, dass es im Freien mit Einschränkungen möglich sein wird. Wir wollen es probieren“, unterstreicht der Nestroy-Chef. Alternativen wie Streaming oder Ähnliches kommt für Gruber nicht infrage. „Das wäre nicht Theater“, betont er.

Einziger Wermutstropfen könnte sein, dass die Gastronomie vor Ort unterbunden werden könnte. Das wäre zwar ein schwerer Schlag, doch eine nochmalige Absage der seit 1973 durchgehend stattfindenden Nestroy-Spiele will das Team um Intendant Peter Gruber auf jeden Fall verhindern.

Einstimmiger Beschluss für Stadt-Subvention

Finanziell kann man zumindest fix mit der Förderung seitens der Stadtgemeinde Schwechat planen. Der Beschluss für die Subvention von 52.000 Euro fiel einstimmig. Diese Summe wird allerdings nur dann in voller Höhe ausgezahlt, wenn das Sommer-Theater in gewohnter Art und Weise stattfindet. Kommt es zu einer Absage oder einer eingeschränkten Umsetzung, behält sich die Stadt vor, die „Subvention anteilig unter Berücksichtigung der entstandenen Aufwendungen“ auszubezahlen.