Drei Musketiere für weniger Verkehr. Bürgermeister aus Ebergassing, Gramatneusiedl und Moosbrunn beraten über Lösungen, die alle Gemeinden in der Region entlasten sollen.

Von Max Stepan. Erstellt am 09. Januar 2020 (06:00)
VP-Bürgermeister Paul Frühling (Moosbrunn), SP-Bürgermeisterin Erika Sikora (Gramatneusiedl) und SP-Bürgermeister Roman Stachelberger (Ebergassing).
Max Stepan

Der zunehmende Verkehr im Bezirk ist für viele Gemeinden zum Hauptthema geworden. Überlastete Straßen, Staus und der wachsende Durchzugsverkehr zählen zum Alltag und vielerorts wird die Stimme der Bevölkerung laut, den Verkehr einzudämmen.

Den Verkehr bekommen auch besonders die Gemeinden Gramatneusiedl, Moosbrunn und Ebergassing zu spüren. Dort polarisiert das Thema besonders und für alle Ortsparteien ist der Verkehr und die Verkehrssicherheit ein wichtiger Punkt in ihren Wahlprogrammen.

Wir wollen nicht einzelne Gemeinden entlasten, sondern eine überregionale Lösung finden.Erika Sikora, SP-Ortschefin in Gramatneusiedl

Aus diesem Anlass haben sich die Bürgermeister aus Gramatneusiedl, Ebergassing und Moosbrunn an einem Tisch gesetzt und über das Thema beraten. Ende Dezember gab es bereits ein Treffen von Erika Sikora, Roman Stachelberger (beide SP) und Paul Frühling (VP) mit Christof Dauda von der Abteilung Landestraßenplanung und mit Helmut Salat von der Straßenbauabteilung. Ziel ist es, ein Verkehrskonzept zu erstellen, welches für alle Gemeinden der Region weniger Verkehr erzielt. „Wir wollen nicht einzelne Gemeinden entlasten und dadurch andere Gemeinden belasten, wir wollen eine überregionale Lösung finden“, sagte Erika Sikora bei einem Termin mit der NÖN.

„Uns geht es um den Verkehr innerhalb des Dreiecks der Südost-Autobahn, der B60 und der B10. Hier müssen wir genauer hinschauen“, betonte Paul Frühling. Derzeit versucht das Land Niederösterreich, die angesprochenen Verkehrsströme zu analysieren und bis Anfang Februar sollen auch die ersten Daten verfügbar sein. Danach soll darüber beraten werden, über welche Routen diese Fahrtströme gelenkt werden sollen. „Wir wollen uns die Frage stellen, woher der Verkehr kommt und aus welchem Grund“, erklärte Roman Stachelberger. Er wies zusätzlich darauf hin, dass auch die Lkw-Fahrverbote nicht eingehalten werden: „Viele fahren von der A2 bei Baden ab und in Bruck auf die A4 wieder auf.“

Ob diese Fahrten überhaupt zu verhindern sind, ist noch unklar. „Der Verkehr wird in Zukunft nicht weniger und deshalb sollte man so bald wie möglich mit der Problemlösung beginnen“, meinte Moosbrunns Ortschef Frühling.

Auf die Frage, ob der öffentliche Verkehr nicht die bessere Alternative wäre, antwortete der Ebergassinger Bürgermeister Stachelberger: „Die Leute, die durch unsere Gemeinden fahren, stammen nicht von hier. Darum ist es schwierig, den Durchzugsverkehr, der mindestens 90 Prozent unseres Verkehrs ausmacht, mittels Öffis zu verhindern.“ Gramatneusiedls Bürgermeisterin Sikora fügte hinzu, dass für viele das Auto eine bequemere Variante darstellt, als mit dem Bus oder dem Zug in die Arbeit zu fahren.

Anfang Februar treffen die drei Bürgermeister erneut für Beratungen zusammen und diesmal wird auch der Schwadorfer Bürgermeister Jürgen Maschl (SP) bei dem Treffen dabei sein.