Quarantäne: 29-Jähriger verstieß gegen Absonderung. 29-Jähriger aus der Region Himberg war zwei Mal bei Kontrollen nicht zu Hause – das brachte ihm nun zwei Monate Bewährung ein.

Von Christian Pfeiffer. Erstellt am 30. Juli 2021 (04:02)
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CDC-Alissa Eckert, Dan Higgins

Am 21. März dieses Jahres bekam ein 29-Jähriger wegen einer positiven Covid-Diagnose von der Bezirkshauptmannschaft Bruck einen Absonderungsbescheid. Dieser erging an die Adresse des Büroangestellten im Burgenland, mit der Anordnung, die Quarantäne an seinem Wohnsitz in der Region Himberg zu verbringen. Er gab vor Richterin Monika Zbiral am Landesgericht Korneuburg zu, den amtlichen Brief nur überflogen zu haben.

Er habe gedacht, er könne zwischen seinen Wohnsitzen – in der Region wohnt er mit seiner Lebensgefährtin, und im Burgenland, wo seine Mutter zu Hause ist und den er seinem Dienstgeber als Homeoffice-Standort meldete – pendeln. Am 23. März fand eine polizeiliche Überprüfung der Quarantäne statt, bei der ein Gruppeninspektor nur die 22-Jährige antraf, die angab, ihr Freund befinde sich bei seiner Mutter in Wimpassing. Der Angeklagte widersprach insofern, als dass er sich sehr wohl in der Wohnung aufgehalten habe, und seine Freundin dem Beamten mit den Worten „Der ist oben“ Auskunft gegeben hätte. Selbst wenn diese Worte gefallen wären, hätte es dem Beamten keineswegs genügt: „Wir müssen die betreffende Person von Angesicht zu Angesicht sehen.“

Dieser Vorgang wiederholte sich ähnlich am 29. März.

Diesmal informierte der Polizist die für Wimpassing zuständigen Kollegen. Sie trafen den Mann aber auch dort nicht an, sondern nur seine Mutter. Die gab vor Gericht an, sich bei ihrem Sohn mit dem Coronavirus infiziert zu haben. Für „die Gefahr der Verbreitung einer übertragbaren Krankheit“, wie es im § 178 des Strafgesetzbuches heißt, wurde der unbescholtene Mann zu zwei Monaten bedingter Freiheitsstrafe verurteilt.